Unterwegs mit Willi

Eine Reise zu den freundlichen Kotten ...

Kotten, was sollen Kotten sein ? Ich weiß es auch nicht, (ein Kotten ist ein kleines Gehöft, d. Red - doch was ist Gehöft?) aber zwischen Beckum und Warendorf liegt das beschauliche Dorf Vohren. Und jenes ist seit nunmehr drei erfolgreichen Jahren Veranstaltungsort für ein schnuckeliges Festival genannt KOTTENROCK. Ähnlich unserem kommerzialisiertem GmBh-Festival, haben sich dort einige Freunde zusammengerottet, um für sich ein Festival zu veranstalten. Mitten in der Westfälischen Pampa auf einem beschaulichem Gehöft zwischen alten Bäumen stand eine kleine Bühne, ein Bierstand, ein außerordentlich luxuriöser Toilettenwagen und ein Bratwürstchenstand. Als wir gegen halb sechs dort eintrafen, war natürlich nix los, so dass wir den Abend schon ein wenig belächelten. Dazu trug aber auch die Schülerband NO MORE LUND ihren wesentlichen Teil bei. Nach der Tradition des Festivals darf immer zuerst eine unbekannte Band aus der Region für die Gage einer Kiste Bier das Festival eröffnen. Noch ein Schritt, den dieses Festival der GmBh voraus ist.

Es spielten zwar „nur„ 4 Bands an diesem Abend, aber die nächsten waren schon Welten von NO MORE LUND entfernt. Ein Hammer Gewächs, die Felsen-Musiker von PETRA folgten. Ein paar Tage war es her, als man sie in der Heimat sah, das Set ist nun deutlich ausgewogener abgestimmt, die überregionalen Konzerte haben gefruchtet. Man findet Anerkennung und Begeisterung unter jenen die PETRA noch nicht kannten. Das Festival füllte sich langsam. Rund 240 Leute wurden erwartet, um die Kosten zu decken und Petra taten Ihren Teil dazu, so dass sich die kleine Wiese schnell füllte. Die Freude an der Musik von PETRA war den Zuhörern anzusehen, es wurde amüsiert der Kopf geschüttelt, wenn wieder einmal Texte jenseits von Gut und Böse aus den Boxen erklangen. Und auch die Veranstalter freuten sich über den Publikumszuwachs bei der Band, man hatte mit der Verpflichtung genau richtig gelegen. Langsam gewinnen Petra die Größe die ich schon prophezeite und ich sage euch es wird nicht mehr lange dauern, da brauchen die drei eigene Bodyguards um sich der Groupies zu erwehren. Besonders Schlagzeuger Ficken-Schmidt wird da ein Lied drüber trommeln können. Die dritte und für mich leider letzte Band des Abends konnte noch mal einen drauflegen. GOOSE FLESH aus Rheine, glaub ich. Mir bis dato völlig unbekannt, jetzt aus meinem Kopf nicht mehr wegzudenken. Ein krasser Gegensatz zum Rest des Festivals, weg von der oftmals gute-Laune-Musik von PETRA zur charismatischen Stimme einer Annette Tibbe, eine richtige Rockröhre. Unterstützt von Kai Niederdränk (guit.), Thorsten Asemann (bs.) und Oliver Ross (dr.) boten „GÄNSEFLEISCH„ modernen Rock mit Frontfrau wie er seit einigen Jahren gerne produziert wird. Auf jeden Fall brachten die vier professionelles Flair auf den Bauernhof, damit hatte ich nicht so gerechnet. Das gleiche Durchsetzungsvermögen bestätige ich auch Ihrer 4- Track CD mit eher langsameren melodiöserem Material. Aber live ist ja bekanntlich fast immer alles besser.

Auf jeden Fall wird ich das KOTTENROCK im nächsten Jahr wieder besuchen, selten findet man so eine familiäre Atmosphäre wie in Vohren. Den Unkostenbeitrag von 12 Mark halte ich für gerechtfertigt, eine Gelegenheit zum Zelten ist auf der Kuhwiese nebenan auch gegeben. Willi bleibt am Ball und gibt das nächste Festival der Kotten auf jeden Fall bekannt, eine Sache die Unterstützung rechtfertigt. A.P.a.M.