Rückblick

Oktoberfest in der Oberonstraße

Bier, Weißwurst und Brez´n

Oberbürgermeister zapfte an - Gaudi Express bat zum Tanze

Ein Oktoberfest in Hamm - nichts Neues, meinen Sie? Jo mei, einige Schützenvereine feierten in diesem Jahr ihr erstes Oktoberfest, mit Blaskapelle und Schuhplattler. Und einige Kneipen in Hamm veranstalten zu dieser Jahreszeit eine sogenannte "Oktoberfestwoche" mit bayerischem Bier. Aber das, was Kulturwerkstatt und HoppeGarden in diesem Jahr auf die Beine stellten, hat es in der Art bisher noch nicht gegeben. Wer den Biergarten des Hoppe Garden kennt, kann sich wohl kaum vorstellen, daß man hier ein großes Zelt aufbaut. Die Gartenlaternen und der Kastanienbaum in der Mitte lassen ein solches Unternehmen wohl kaum zu. Doch weit gefehlt. Die Laternen wurden kurzerhand abmontiert und die Kastanie wurde einfach ins Zelt mit eingebaut. Ein paar fleißige Helfer legten um den Baum herum einen maßgeschneiderten Fußboden, die Biergartenbestuhlung wurde, bevor sie ins Winterlager ging, nochmals aufgestellt, das Zelt und das Gelände mit weißblauen Fahnen und die Tische mit den passenden Decken geschmückt und fertig war ein gemütliches, zünftiges Festzelt. Echtes bayerisches LÖWENBRÄU und ERDINGER WEISSBIER, sowie Weißwurst, Kraut und Brez´n sorgten für das leibliche Wohl der Gäste und der GAUDI EXPRESS, eine volkstümliche Tanz- und Showkapelle war aus Bayern angereist, um das Publikum zu unterhalten.

Und wie das bei dem original Oktoberfest auf der Münchener Wies´n der Brauch ist, konnte auch die Kulturwerkstatt einen hochkarätigen Politiker gewinnen, der unter dem Tusch der Kapelle das erste Faß anzapfte. Und das war kein Geringerer, als der neue Oberbürgermeister unserer Stadt, Herr Thomas Hunsteger-Petermann, der das "O´zapfen" mit einem einzigen Schlag erledigte. Dann stieß er mit Sabine Rosenkranz, Ulrich Holesch (Kulturwerkstatt), Burkhard Schimschar (stellv. Bezirksvorsteher Pelkum) und dem Publikum auf gutes Gelingen des "1. Bayerischen Oktoberfestes" an.

Und nun legte der GAUDI EXPRESS los. Schon nach dem ersten Lied tanzten die Zuschauer auf den Tischen, schwenkten die weißblauen Fähnchen und sangen die flott gespielten volkstümlichen Weisen lautstark mit. Ich muß sagen, volkstümliche Musik ist nicht gerade die Musik, die ich mir nach einem erfüllten Leben als Rockmusiker für mein Alter als Feierabendmusik vorgestellt habe. Aber was der GAUDI EXPRESS zu bieten hatte, war enorm. Perfekt gespielt, mit einem hervorragenden Sound, ging die Band auf das Publikum ein und spielte mit einer erstaunlich gut abgestimmten Lautstärke von Patrick Lindner, über die Schürzenjäger, von Wolfgang Petri bis Westernhagen alles, was Stimmung machte. Und die Show, die die Band dabei lieferte, ließ erkennen, daß es sich um absolute Profis handelte. Allen voran "Big Fat Charly" der 180-Kilo-Mann, der eine Trompete blies, die Stefan Mross-Fans veranlaßt hätte, ihrem Star seine Tröte in die Kehle zu rammen. Bis tief in die Nacht verbreitete der GAUDI EXPRESS unter dem Publikum eine ausgelassene Stimmung, die Tanzfläche wäre fast zu klein gewesen und so manche "Maß" wurde gekippt. Ein schöner Erfolg für Kulturwerkstatt und Hoppe Garden, wenn - ja wenn die finanzielle Seite nicht wäre. Denn leider sind die Erwartungen der Veranstalter, was die Zuschauerzahlen angeht, nicht erfüllt worden. Bedauerlicherweise nichts Neues in Hamm. Und so wird das erste Oktoberfest wohl auch das letzte sein... (Hh)

SWEET BOYS begeisterten in Müller's Tanzcafè

Kann eine Frau attraktiv sein, die sich täglich rasieren muss, eine tiefe Stimme und schmale Hüften hat? Die Antwort gab's am 22. Oktober in Müller's Tanzcafé in Ahlen. Dort traten nämlich die "Sweet Boys" auf.

Mit einem Unterhaltungscocktail aus Gesang und Parodien, witziger Conférence ("Es tut mit leid meine Damen, wenn wir heute besser aussehen als sie", oder "Können sie mir mal ihren Mann ausleihen"), aber vor allem aufwendigen Kostümen, begeisterten sie das Publikum und entführten sie in die Glamourwelt der Stars und Sternchen. Bewundernswert auch, mit welcher Geschwindigkeit sich die Drei ihrer Kleidung entledigten (natürlich nebenan in ihrer Garderobe), um immer wieder mit noch prächtigerem Fummel auf der Tanzfläche, die als Bühne diente, zu begeistern.

Und das Publikum ging ganz toll mit. Es wurde geklatscht, mitgesungen und geschunkelt. Brennende Feuerzeuge wurden geschwenkt zur Musik von Cher, Lisa Minelli, Ute Lemper und Milva. Klar, dass die "Jungs" ohne ein paar Zugaben nicht davonkamen.

Ein unterhaltsamer, außergewöhnlicher Abend, den man / frau bestimmt nicht so schnell vergisst.

Wie mir der Chef der Sweet Boys (Michelle Duval) nach der Show verriet, ist in nächster Zeit noch ein Benefizauftritt in Müller's Tanzcafe geplant. Der Termin wird in Willi rechtzeitig bekanntgegeben.

(rb)

PS: Und ich bin mir ganz sicher, eine Frau war bei den "Sweet Boys"auch dabei!

Konzert zugunsten der Deutschen Krebshilfe

Drei Bands spielten für die gute Sache

Gut besuchtes Kulturrevier

Meistens, wenn sich Bands, die es seit langem nicht mehr gibt wiedertreffen, um sich neu zu formieren, geht es um Geld. Entweder hat eine Scheidung schmerzhafte Löcher in die Millionen-Konten gerissen, oder die Kosten einer Entziehungskur eines Musikers wurde nicht von der Kasse übernommen. Manchmal geht es aber einfach nur um den Spaß an der Musik. In diesem Fall, bei dem Benefiz-Konzert zugunsten der Krebshilfe im Kulturrevier Radbod, ging´s um beides, um Spaß und um Geld. Denn alle drei Bands spielten ohne Gage, Achim Matzka stellte seine PA kostenlos zur Verfügung, Jürgen Mevis entwarf und die Druckerei Hasselbeck druckte das Plakat kostenlos. Der "Westf. Anzeiger" schaltete gratis Anzeigen und Radio Lippe Welle präsentierte die Veranstaltung mit Werbespots. Und daß die Bands Spaß an der Musik hatten, war nicht zu übersehen. INTRAZZ, FOUR IN HAND und TANGRAM sind mehr oder weniger alte Hammer Bands, die es seit Jahren bereits in dieser Form nicht mehr gibt. Nicht, daß sich die Musiker zur Ruhe gesetzt haben, fast jeder spielt heute in anderen Formationen oder ist in die große weite Welt gezogen, um sich weiter zu bilden. Aber für dieses eine Konzert haben sie sich wiedergefunden, fleißig geprobt und am Samstag, den 23. Oktober für die gute Sache ein tolles Konzert hingelegt.

Ich bin gegen 19.45 Uhr im Kulturrevier eingetrudelt, gottseidank kenne ich mich dort aus, aber wer nicht so ortskundig ist, wird nur schwerlich in der Dunkelheit den rechten Weg finden. Etwas Licht an der Einfahrt wäre gut. Sei´s drum, ein paar Leute standen schon im Veranstaltungsraum an der Theke oder an den Stehtischen und plauderten, ich gesellte mich dazu, denn viele alte Bekannte, die man sonst nicht mehr so häufig zu sehen bekommt, waren dem Ruf der guten Tat gefolgt und haben ihre 15,- DM Eintritt berappt. Mit der gebührenden, aber verständlichen Verspätung trat Eric Folts, Sänger und Bassist von FOUR IN HAND, um 20.30 Uhr vor das Mikro und begrüßte die Zuschauer, erklärte, worum es an diesem Abend ging und kündigte die erste Band des Abends, inzwischen vor recht zahlreichem Publikum an. INTRAZZ hatte das kürzeste Streichholz gezogen und startete gleich unter Volldampf mit einem Instrumental-Song, bei dem Gitarrist Martin Sommer schon alle Register zog. Mit einem Sound-Gewitter wurde der Boden bereitet für Birgit Copony, die einmal mehr beweisen konnte, daß sie zur Garde der Top-Sängerinnen gehört. Hans-Dieter Gatzke, Bassmann im "John-Entwhistle-Look", besorgte mit Schlagzeuger Frank Hanneken den Rest, um INTRAZZ zu einer guten, soliden Jazz-Rock-Band zu machen, denn so würde ich die Musik beschreiben. Minuspunkt: Der Gitarrensound von Martin Sommer war mal wieder ganz weit hinter der Bühne.

Nach einer angenehm kurzen Umbaupause ging die Show weiter mit FOUR IN HAND. Whow, so kannte ich diese Band noch gar nicht, die lange Pause hat den Jungs gut getan. Sehr rockig, sehr professionell, sowohl die Musik, als auch die Performance. Guter Sound, auch von Gitarrist Ralf Romberg, und die Posaune von Volker Helm, der auch das Keyboard bediente, war das I-Tüpfelchen. Und Eric Folts, Sänger, Frontmann und Bassist, hatte in Ron Pennings als Drummer einen perfekten Partner. Und der Gesang von allen war Klasse. Guter Gig!

Aber auch TANGRAM hatte nichts verlernt. Das bewiesen sie eindrucksvoll als letzte Band des Abends. Zunächst mit Sängerin Wiebke Jürgenliemk, die in der ersten Formation dieser Band seinerzeit das Mikrophon zum Munde führte, bevor Rodolfo "Fito" Santamaria es ihr später aus der Hand nahm. So geschah es auch an diesem Abend. Mit gefälligen, gut durcharrangierten Songs unterhielt TANGRAM das Publikum und ließ den gelungenen Abend tief in der Nacht ausklingen. Ich denke, die Krebshilfe wird demnächst einen ordentlichen Scheck in Empfang nehmen dürfen. (Hh.)