Unterwegs mit Willi

EIN SCHWARZER TAG IN MEINEM LEBEN

Irgendwo in Schwerte, in einem Hinterhof einer Schule standen drei Autos. Es regnete. Aus der Tür am Ende der Kellertreppe drangen wabernde Geräusche an mein Ohr. Nach kurzem Zögern gingen wir angespannt die Treppe hinab. Als die Tür aufging verlangten subtile Gestalten Wegezoll. Ihr Schmuck und ihre Haarfarbe, deuteten auf einen gefährlichen Abend - aber was hatten wir schon zu verlieren...Willkommen im Rattenloch......., keiner bisher besaß den Anstand, mich so zu begrüßen. Ich legte ab und nutze das Angebot der Sitzgelegenheiten. Ich trank und rauchte - und musste aufs Klo. FEHLER!! Zu spät. Ich hatte die Tür schon geöffnet. Ratten spielten Mühle. Ihre Steine waren ehemalige Schaben. Ich drehte mich um und ging. Es war mein letzter Besuch dieser Toilette an diesem Abend.
Ich ging zur Theke. Das Bier floss literweise. Der Abschaum der Zivilisation, hatte sich hier eingefunden, was planten sie? Ich begab mich in eines der Hinterzimmer. Die GURKENDIEBE machten Soundcheck. Also doch - illegales Glücksspiel.
Der Raum bestand zum größten Teil aus einem Pool, wohl das ehemalige Schwimmbad der Schule. Zum Glück war das Wasser raus und statt dessen eine Bühne am anderen Ende aufgebaut. Die AKUTE VERSEUCHUNG saß gelangweilt im Pool und wartete auf ihren Auftritt.
Ich schaute desinteressiert, dachte aber insgeheim über den Nährwert dieser Veranstaltung nach. Nach zwei Stunden war ich immer noch nicht auf der richtigen Spur.
Die AKUTE VERSEUCHUNG spielte. Die Band war laut. Nervenzerreißende Musik erfüllte das Schwimmbad bis hinter die letzte Kachel. Balsam für das Publikum. Einzelne schienen sogar in eine Art Paarungsritual verfallen zu sein. Sie stießen mit ihren Gliedmaßen an die Wände des Bades. Eine Glücksregung durchzuckte ihr Gesicht. Der Anführer der Verseuchung sang irgend etwas von "Pommes rot - weiß". Da bekam ich Hunger.
Auf der Suche nach einem Restaurant wurde ich nass. Der alte Mann, der gerade auf der Parkbank sterben wollte, warnte mich. Ich fühlte mich alarmiert und kehrte in den Vorhof der Hölle zurück. Doch es war zu spät. Das Hinterzimmer war menschenleer. Die GURKENDIEBE spielten.
Verdammt - die Band war mir zuvorgekommen, ICH wollte es aufhalten.
Mit einem Bombenhagel an unzulässiger Abstimmung und dem Alkoholgehalt einer Tequilamade verstanden sie es, dem Pöbel ein Ende zu bereiten. Die Verseuchung wartete auf das Selbige.
Das Konzert war vorbei. Schreie hallten gellend durch den Saal. Türen knallten. APOKALYPSE.
Der Mann vom Beerdigungsinstitut rieb sich die Hände. "Mehr Seelen für den Band-Friedhof" nuschelte er zu sich selbst.
Ein Zettel lag auf dem Boden. "Wir reiinkarnieren, sie investieren. Call 555 - Frank N. Stein & Sohn". Ich ging telefonieren.
A.P.a.M.