Der Redaktionsabenteurer unterwegs:
Die Fußgängerzone
Üppige Vegetation und wüste Wüste
Hamm ist stolz, denn Hamm hat eine nagelneu gestaltete Fußgängerzone. Zwar nur von Grabitz bis zum "Extrablatt" (Oder soll man sagen, Gott sei Dank?), aber immerhin. Grund genug für Willi, einmal eine Expedition durch die Weiten der Hammer City zu unternehmen, und zwar auf der West-Ost-Route. Lassen wir unseren Redaktionsabenteurer erzählen:
An einem kühlen Novembertag machte ich mich auf, die Hammer Fußgängerzone zu erkunden. Ich begann meine beschwerliche Reise bei HORTEN. Hier ist die Welt noch in Ordnung. Inzwischen recht be-achtlich große Bäume spenden im Sommer Schatten, wenn man auf dem "Biergarten - Podest" des "Kipp´n In" gemütlich sitzt, um sein Bierchen zu schlürfen und dem regen Treiben auf den verschlungenen Wegen der vor vielen Jahren reizvoll gestalteten alten Fußgängerzone zuzusehen. Die leckeren Bratwurstdüfte von Schanzenbach steigen dem Rastenden in die Nase und man bekommt unweigerlich Appetit auf ein Kotelett aus der Küche des "Kipp´n In". Ich schlendere weiter in Richtung "Kaufhalle" und auch hier wandert man über rotgepflasterte Wege, die sich durch mit Kopfsteinpflaster gepflastertes Gelände schlängeln. Und immer wieder stößt man auf mit Kopfsteinpflaster ein-gefaßte Hochbeete, auf denen Bäume, Sträucher oder Büsche dem Wanderer Schatten spenden. Die Bänke, die großzügig verteilt sind, laden zum Sitzen ein, zum Verzehren des Bütterchens oder zum Genießen eines Softeises. (Natürlich nur im Sommer). Nun überquert man die Hauptverkehrsader der Innenstadt und kommt zum Westentor mit seinem "Busbahnhof", der die umliegenden Geschäfte mit immer neuer Kundschaft beliefert. "Schneider" zum Beispiel ist mein Lieblingsmetzger, bei "Tchibo" kann man, fast wie in einem Kaufhaus, die unterschiedlichsten Dinge erstehen. Unter anderem auch Kaffee. Am Westentor befindet sich übrigens auch ein Eingang zum neugestalteten City-Center und wenn man etwas weiter zur Ritterstraßeneinmündung schleicht, kann man sogar Dinge erwerben, die man später bei "Tengelmann" oder auf dem Platz an der Pauluskirche zu sich nehmen kann . . !
Und nun gerät man, wenn man weiter in östliche Richtung geht, auf den neu gestalteten Teil der Fußgängerzone. Und da findet man . . . tja, eigentlich nix. Nun ja, die Geschäfte stehen noch links und rechts, aber dazwischen - nix. Keine Beete, keine Bänke, keine Bäume an die Hunde pinkeln könnten, kein Busch, hinter dem man sich ´ne Fixe ´reinziehen könnte. Nur die Laternen . . ! Ich hatte als Kind eine Lampe in meinem Zimmer stehen, von der ich den Schirm entfernt hatte, um darauf Schlagzeug zu spielen. Die Lampe bestand also nur aus Ständer und Birne, seht Ihr, und so sehen die Laternen in der F-Zone aus. Ansonsten aber ist die neue Fußgängerzone am ehesten zu vergleichen mit der Sahel-Zone, da gibt es auch nix. Doch halt, in der Sahel-Zone gibt es keine grünen Glasbausteine.
Wenn man dann die Nordstraße überquert, wird es wieder etwas gemütlicher, denn da wurde nichts verändert, welch Glück.
Ich weiß nicht, wer sich die Neugestaltung ausgedacht hat, aber nicht alles, was neu ist, ist auch gut. Man kann nur hoffen, daß die verbliebenen Reste des Hammer "Schmuckstücks" von einem Rückbau verschont bleiben.