Unterwegs mit Willi

Wir, die Klasse 4a der Geistschule, haben uns im Sach- und Sprachunterricht der letzten Wochen mit viel Müll beschäftigt, diesmal aber wörtlich genommen.

Wir haben den gesamten Müll unserer Schule von einem Tag gesammelt und zuerst sortiert. Auf dem gelben Sack konnten wir lesen, was da hinein gehörte. Pappe und Papier - das wussten die meisten schon von zu Hause - wird auch getrennt gesammelt. Einige von uns wussten auch, was man auf den Kompost werfen kann. So erhielten wir vier verschiedene Müllhaufen und wogen sie. Von den insgesamt 13 kg Müll des Tages waren 7 kg Pappe und Papier, l kg organische Abfalle, 3 kg für den gelben Sack und 2 kg Restmüll.

Dann haben wir ausgerechnet, dass in einer Woche 65 kg und in einem Schuljahr 2600 kg Müll anfallen. Ganz schön viel, fanden wir! Also haben wir uns überlegt, wie wir Müll vermeiden können und machten für unsere Mitschüler und Eltern eine kleine Ausstellung im Foyer unserer Schule. Auf Plakaten und mit Bildern haben wir Tips zur Müllvermeidung gegeben, aber auch darüber informiert, wie wichtig es ist, Müll zu trennen und richtig zu entsorgen. Dafür hängten wir auch einen Plan unseres Schulbezirkes auf und zeichneten alle Möglichkeiten ein, wo man Müll entsorgen kann.

Nun wollten wir natürlich wissen, warum wir den Müll überhaupt sortieren und wie das mit der Wiederverwertung funktioniert. Durch Herrn Stalleicken vom Amt für Abfallentsorgung der Stadt Hamm war es möglich, die Sortieranlage für die gelben Säcke in Soest und die Müllverbrennungsanlage in Herringen zu besuchen .

In Soest führte uns Herr Stalleicken zuerst in eine große Halle, in die die Müllautos die gelben Säcke bringen und abladen. Von einem Radlader werden die Säcke in einen Container geschüttet, wo sie aufgerissen werden. Der Müll wird auf ein Laufband gekippt und über diese Förderbänder in die obere Etage transportiert. Wir haben viele Sachen entdeckt, die gar nicht in den gelben Sack gehören, z.B. Batterien, einen Teddy, einen Schuh, viele CDs. Ein Magnet über dem Band zieht Metallteile wie z.B. die Dosen heraus. Dann wird in einem Luftschacht der Müll vorsortiert. Leichte Sachen, wie z.B. Folien, fliegen auf und werden aussortiert.

In der zweiten Etage kamen wir in einen Raum, durch den zwei Förderbänder laufen. An denen stehen rechts und links ungefähr 20 Männer und Frauen, die den Müll vom Band herunternehmen und sortiert in große Schächte werfen, die in der darunterliegenden Halle enden. Unten liegen riesige Berge von Tetrapacks, Plastikverpackungen, Folien usw.. Danach wird der sortierte Müll zu Ballen gepresst und an verschiedene Firmen zur Weiterverarbeitung geliefert.

Nach dem Besuch in Soest fuhren wir mit dem Bus weiter zur MVA nach Herringen, die neben dem Klärwerk liegt, das wir neulich auch schon besichtigt haben. Begrüßt wurden wir von Herrn Treder, der uns vor unserer Besichtigung erklärte, wie das mit der Müllverbrennung funktioniert. Die MVA ist dazu da, den Müll, der nicht verwertet werden kann, zu verbrennen. Pro Person fallen pro Jahr ca. 300 kg Hausmüll/Sperrmüll an. Zuerst wird der Müll von

den Müllautos in einen riesigen Bunker gekippt. Zwei große Kräne heben bis zu 4000 kg Müll auf einmal aus dem Bunker heraus und befördern sie in eine der 4 Verbrennungskammern, die ungefähr so groß wie ein Zimmer sind. Wir sind nach oben in die Steuerungszentrale (Krankanzel) gegangen. Von dort oben konnte man durch große Glasscheiben und den Glasboden den ganzen Müllbunker überblicken. Über diese riesige Müllmenge konnten wir nur staunen! Zwei Männer arbeiten dort oben. Sie steuern die Kräne und können mit Hilfe von Kameras alles überwachen. Dann führte uns Herr Treder weiter an den Verbrennungskammern vorbei, wo es ganz schön warm war. Innen wird der Müll bei über 1000º C verbrannt. Durch eine kleine Glasscheibe konnten wir einen Blick in das Feuer werfen.

Der Rauch, der bei der Verbrennung entsteht, wird abgefangen, gefiltert und zur Gewinnung von Strom genutzt. Ein Drittel verbraucht die MVA davon selbst, der Rest wird ins Netz eingespeist. 18000 Haushalte in Hamm können damit versorgt werden. Aus der Asche werden mit Hilfe eines Magneten die Metallteile herausgezogen. Diese werden eingeschmolzen und wiederverwertet. Die Asche wird z.T. bei der Zementherstellung oder im Straßenbau verwendet. Am Schluss der Führung zeigte uns Herr Treder an einem Schaubild, auf welchem Weg er uns durch die MVA geführt hat. Anhand vieler Materialien, die wir dann noch bekommen haben, konnten wir unseren EItern anschließend gut erklären, was wir alles erlebt und gesehen haben.

Am nächsten Tag in der Schule haben wir noch mal über die Besichtigungen gesprochen. Alle fanden es sehr interessant und spannend, wenn es auch oft ganz schön gestunken hat und eklig war. Wir fanden, dass alles gut erklärt worden ist und hoffen, dass noch mehr Kinder nach Soest und zur MVA fahren, damit sie gut über das Thema "Müll" informiert werden. Wir haben viel gelernt und wissen jetzt, dass jeder etwas zur Müllvermeidung und richtigen Müllentsorgung beitragen kann. Für die Schule haben wir einen Papiercontainer beantragt. In unserer Klasse haben wir jetzt vier verschiedene Abfalleimer für organischen Abfall, Papier, gelben Sack Müll und Restmüll. Wir gehen jetzt bewusster mit dem Problem "Müll" um und hoffen, dass das auch viele EItern und andere Erwachsene tun werden!