Instrumente

- Blasinstrumente - Der Kamm

Heuten wollen wir uns einmal einem fast in Vergessenheit geratenen Instrument aus der Familie der Hornblasinstrumente widmen, dem Kamm.

Der Kamm ist verwandt mit der Mundharmonika, allerdings vielseitiger einzusetzen und weitaus schwieriger zu beherrschen. Es gibt nicht mehr viele Kammisten in Deutschland, vielleicht noch drei oder vier Musiker verstehen sich auf das sichere zum Mundeführen des in der Mitte des 12. Jahrhunderts erstmals urkundlich erwähnten Instruments. In Hinterasien ist der Kamm noch häufiger im Instrumentarium der dörflichen Symphonieorchester zu finden, wird allerdings nur noch in der 59-Zahn-Variante benutzt. In Mitteleuropa ist die 64-Zahn-Ausführung üb-lich, hat sie doch erheblich mehr Möglichkeiten, den rechten Ton zu treffen. In erster Linie wird hierzulande das Instrument jedoch in der Volksmusik der Alpenländer verwendet, in denen die Mundartmusiker, genetisch bedingt, die richtige Mundart mit in die Wiege gelegt bekommen. Jedoch, und das darf man auf keinen Fall außer Acht lassen, wird auch der geschickteste Kammist das Instrument nicht ohne das unverzichtbare Butterbrotpapier spielen können. Und das ist im Zeitalter der Alufolie kaum noch in den Regalen der Supermarktketten zu finden. Und so wird es nicht mehr lange dauern, bis auch der letzte noch lebende Kammist unter dem Rasen liegt und der Kamm lediglich noch zum Ordnen des Haupthaares Verwendung fin-den wird. Eine Unsitte, aber der Lauf der Zeit.

Prof. Eitel Fritz-Berken-häuser, Frankfurt