Unterwegs mit Willi

Noch´n Harper . . .

THE FORD BLUES BAND

Blues aus Californien im "Anno 1888" in Soest

Zwei "Harp-Bands" innerhalb einer Woche, am 12. Mai "Paul Lamb & The King Snakes" und nun, am 18.Mai die FORD BLUES BAND im "Anno 1888" in Soest, das wird sicher ein interessanter Vergleich. Die FORD BLUES BAND wurde bereits in den 60er Jahren von den drei Brüdern Patrick, Mark und Robben Ford gegründet. Auch heute noch steht die Band für innovativen, kraftvollen und hochwertigen Modern Blues. Robben Ford hat längst eine Solokarriere gestartet, Mark Ford war noch bis vor wenigen Jahren Harper in der Band, lediglich Patrick Ford ist noch heute als Drummer Mitglied der Band. Trotzdem hat die FORD BLUES BAND nichts von ihrer Faszination eingebüßt, was sie an diesem Abend in Soest vor diesmal nur 100 Zuschauern (an einem Donnerstag trotzdem gut, in Hamm undenkbar) unter Beweis stellte. Um 21.00 Uhr ging‘s los und auch gleich zur Sache. Mit einem Boogie wurde das Publikum gleich auf den Abend eingestimmt und fuhr auch sofort voll auf die Musik ab. Auch die FORD BLUES BAND wird von der Blues-Harp dominiert, die wiederum von Sänger Andy Just hervorragend beherrscht wird. Alle Harper, auch Paul Lamb und Ingo Grefer haben die Eigenart, auf der Bühne magenkrampfartige Bewegungen zu machen, die dem Publikum den Eindruck vermitteln, die Ärmsten hätten intensivsten Harndrang, so auch Andy Just. Nur konnte der sich bei seinen Gesangseinlagen etwas entspannen, oder sich sogar ausruhen, wenn Gitarrist Volker Strifler die Aufgaben des Sängers übernahm. Der ist in Heidelberg geboren und hat nach Californien geheiratet (Gute Idee). Er spielt übrigens eine schöne Gibson Les Paul und eine Squier-Strat, und zwar so virtuos, dass, ist man selbst Gitarrist, die Augen gar nicht von seinen Fingern lassen möchte. Ich stand direkt vor der Bühne und wurde mit dem, was er kann, gnadenlos konfrontiert. Aber da muss man durch. Auch bei der FORD BLUES BAND gab es für die ausgedehnten Soloausflüge der Musiker reichlich Szenenapplaus, ver-dientermaßen, denn auch Bassist Dewayne Pate bewies mit zwei Bass-Soli, dass er zur ersten Garde der US-Bassisten gehört. Und das Drum-Solo von Namensgeber Patrick Ford brachte dem weißhaarigen Musiker den Respekt des Publikums ein. Etwas unverständlich dagegen erschien mir der strenge Verweis von Andy Just in Richtung zweier Zuschauer vor der Bühne. Die unterhielten sich während eines langsamen und sehr leisen Slow-Blues´ angeregt, was der Harper sich mit Nachdruck und ungehaltenen Worten verbat. Ich kenne diese Unsitte der lautstarken Konversation während sich die Musiker einen Wolf spielen, allerdings gibt es dagegen kein Mittel, was nicht strafbar wäre. Also hilft nur cool bleiben. Aber Andy war auch schnell wieder lieb und begeisterte das Publikum weiterhin mit seinem Können. Die Musik der FORD BLUES BAND ist, nicht zuletzt auch durch den hervorragenden Gitarristen, sehr abwechslungsreich und kurzweilig. Der Rock´n Roll kommt nicht zu kurz und die Herkunft der Band, Californien/USA, verleiht dem Sound eine gewisse Leichtigkeit und Unbeschwertheit. Es macht Spaß der FORD BLUES BAND zuzuhören, und deshalb werden wir sie sicherlich im nächsten Jahr auch in Hamm erleben dürfen. Aber einen Vergleich mit Paul Lamb ziehe ich hier garantiert nicht . . . (Hh.)