Lyrik

ein herrlicher Tag

Als ich am Morgen die Augen aufschlug,

weil ein Sonnenstrahl meine Nase kitzelte,

meine Ohren den Gesang der Vögel vernahmen,

der Duft des Sommers durch das geöffnete Fenster wehte

und Du neben mir lagst

mit wirrem Wuschelhaar

und einem Lächeln auf deinem schlafenden Gesicht,

da wusste ich:
Es wird ein herrlicher Tag!

Als ich die Zeitung aufschlug,

begann, sie von hinten zu lesen,

damit mich am Morgen die Schlagzeilen

noch nicht anschreien können,

bohrten sich Berichte von

Verkehrstoten, Kriegsschauplätzen, Flutwellen,

Raub und Mord

in meine schlaftrunkenen Augen.

Aus dem Radio trafen mich die selben

Nachrichten von Tod und Unheil

mit der unverbindlich neutralen Stimme des Sprechers.

Den Fernseher

wagte ich nicht mehr einzuschalten.

Voller Angst öffnete ich das Fenster.

Hörte nur den Lärm vorbeifahrender Autos

und schaute zur Sonne hinauf,

misstrauisch geworden,

ob nicht schon der Regen

hinter irgendeiner Wolke lauert.

Erschrocken über mich,

ging ich leise die Treppe hinauf,

schlich mich ins Schlafzimmer

und blickte auf das Lächeln

in deinem schlafenden Gesicht.

Beschütze mich,

wirrer Wuschelkopf,

vor all den kalten Fingern,

die nach unsren Träumen greifen,

Kitzle mit zasrter Hand meinen Nacken,

wieg mich sanft mit dem Gesang deiner Liebe

und schenk mir die Sonne in deinem Lächeln.

Und ich weiß:
Es wird ein herrlicher Tag!

Sabine Bartmann

Nur Minuten

Nur Minuten Blickkontakt.

Nur Minuten ein Gefühl

von Glück und Wärme.

Nur Minuten die Hoffnung

nicht mehr lange allein zu sein.

Doch leider vergehen Minuten zu schnell - zu schnell,

um Glück und Wärme

noch näher zu kommen.

Ein letzter Blick zurück

und das Gefühl des Glücks

verwandelt sich in Trauer.

Nun existiert

nur noch die Hoffnung.

Die Hoffnung

"diesen Augenblick"

noch einmal zu erleben.

Alexandra Bialas