| ein herrlicher Tag
Als ich am Morgen die Augen aufschlug, weil ein Sonnenstrahl meine Nase kitzelte, meine Ohren den Gesang der Vögel vernahmen, der Duft des Sommers durch das geöffnete Fenster wehte und Du neben mir lagst mit wirrem Wuschelhaar und einem Lächeln auf deinem schlafenden Gesicht, da wusste ich: Als ich die Zeitung aufschlug, begann, sie von hinten zu lesen, damit mich am Morgen die Schlagzeilen noch nicht anschreien können, bohrten sich Berichte von Verkehrstoten, Kriegsschauplätzen, Flutwellen, Raub und Mord in meine schlaftrunkenen Augen. Aus dem Radio trafen mich die selben Nachrichten von Tod und Unheil mit der unverbindlich neutralen Stimme des Sprechers. Den Fernseher wagte ich nicht mehr einzuschalten. Voller Angst öffnete ich das Fenster. Hörte nur den Lärm vorbeifahrender Autos und schaute zur Sonne hinauf, misstrauisch geworden, ob nicht schon der Regen hinter irgendeiner Wolke lauert. Erschrocken über mich, ging ich leise die Treppe hinauf, schlich mich ins Schlafzimmer und blickte auf das Lächeln in deinem schlafenden Gesicht. Beschütze mich, wirrer Wuschelkopf, vor all den kalten Fingern, die nach unsren Träumen greifen, Kitzle mit zasrter Hand meinen Nacken, wieg mich sanft mit dem Gesang deiner Liebe und schenk mir die Sonne in deinem Lächeln. Und ich weiß: Sabine Bartmann Nur Minuten Nur Minuten Blickkontakt. Nur Minuten ein Gefühl von Glück und Wärme. Nur Minuten die Hoffnung nicht mehr lange allein zu sein. Doch leider vergehen Minuten zu schnell - zu schnell, um Glück und Wärme noch näher zu kommen. Ein letzter Blick zurück und das Gefühl des Glücks verwandelt sich in Trauer. Nun existiert nur noch die Hoffnung. Die Hoffnung "diesen Augenblick" noch einmal zu erleben. Alexandra Bialas |