Musikszene Hamm

"HAPPY BIRTHDAY"

Die "Dixie College Band" feiert 30jährigen Geburtstag

Dreißig Jahre sind eine lange Zeit, ich weiß das, denn ich mache selbst seit 1968 Musik. Aber dreißig Jahre mit der selben Band Musik machen, das ist schon etwas ganz Außergewöhnliches. Dieses stolze Jubiläum feierte kürzlich die DIXIE COLLEGE BAND aus Hamm. Die Band, die im Jahre 1970 aus einem Jazzkurs der VHS entstanden ist, spielt einen Oldtime-Jazz, der sich durch reizvolle Abwechslung zwischen arrangierten und improvisierten Passagen deutlich von dem gewohnten Einerlei der Kollektiv- und Solo-Improvisation abhebt. Von der Urbesetzung des Jahres 1970 (Gerd Reimann, Christian Wockenfuß, Heinz Baumann, Horst Langstengel, Gerd Vieweger und Klaus von Haefen) sind heute Heinz Baumann (Klarinette/Saxo-phone) und Horst Langstengel (Banjo) noch immer dabei. Im Laufe der Jahre kamen dann Henning Langhage (Trompete, Cornett, Flügelhorn), Helmut Kotzan (Posaune), Bonny Schüten (Gitarre u. Gesang), Stefan Vogt (Bass) und Horst Grote (Schlagzeug) dazu.

"In dreißig Jahren kann man so einiges erleben", erzählte uns Gitarrist Bonny Schüten. "1988 wurden wir von unserer Partnerstadt Bradford zu einem Konzert eingeladen. Die Bandmitglieder und ihre Ehefrauen setzten mit der Nachtfähre ins Vereinigte Königreich über, während unser Schlagzeuger begeisterter und erfahrener Sportflieger war. Daher lag es nahe, dass er mit seinem Flugzeug "´rübermachen" wollte, das geht schneller . . ! Tagsüber war in Bradford ein Stadtfest und abends sollten wir auf einer Jazz-Jamboree spielen. Wir waren auch alle vor Ort, nur der Drummer noch nicht. Inzwischen spielte bereits die dritte englische Band und die letzte Nachricht vom örtlichen Tower war, unser fliegender Drummer hatte in Belgien getankt und war nun über dem Kanal. Aber wir konnten nicht länger warten und baten einen englischen Kollegen aus Manchester um seine Mitwirkung. Es war ein Super Konzert, nun noch schnell ein kühles Bier nach dem Stress. Aber es war nach 23 Uhr - Kein Bier mehr in England!"

Das ist natürlich bitter für eine durstige Band, meint Willi, der das nachvollziehen kann. Nach einem Highlight in ihrer Karriere gefragt, meinte Bonny Schüten: "Das war unter anderem ein VHS-Konzert in der Justizvollzugsanstalt, da konnte das Publikum nicht weglaufen." Ganz anders bei der 775-Jahr-Feier im Schlosspark von Oranienburg. "Dort war ein großes Bühnenzelt aufgebaut, das unverzichtbare Bierzelt gegenüber, nur das Publikum fehlte. Absolut tote Hose."

Übrigens hatte die DIXIE COLLEGE BAND auch schon einmal berühmten Besuch. Bei ihrem traditionellen Frühschoppen-Konzert im "Gasthaus Alte Mark" (seit 10 Jahren schon jeden 2. Sonntag im Monat) tauchte plötzlich der weltberühmte Musiker Olivier Franc mit seinem Sopransaxophon auf, brachte die Band in Höchstform und das Publikum zum Rasen, und verschwand ebenso still, wie er gekommen war. "Das war ein Erlebnis", so Bonny Schüten. "Unser prominentestes Bandmitglied war übrigens Martin Auer an der Trompete. Der ist jetzt Solist in der HR-Bigband. Er und der "Fliegende Drummer" waren auch Gäste bei unserer 30-Jahr-Feier."

Ich, der Willi-Schreiberling, habe die Band übrigens das letzte Mal beim Jazz-Frühschoppen der "Rotarier" in Oberwerries erlebt und ich muss sagen, obwohl ich kein Jazzfan bin, der "Oldtime-Jazz" der sieben (t)ollen Jungs geht in die Beine und sogar ich lasse mich dazu hinreißen, den Takt mit den Händen und Fingern mitzuklopfen. Erst recht, wenn es ein kühles Bierchen dazu gibt. Übrigens ist der nächste Frühschoppen nach der Sommerpause am 10. September im "Gasthaus Alte Mark".

Willi gratuliert recht herzlich und wünscht noch viele Jahre frohen Schaffens. (Hh)