Rückblick

In Verbindung mit dem Landes-Turnfest:

City-Fest 2000

Einmal mehr ohne Highlight

Da haben die Veranstalter des City-Festes 2000 aber Glück gehabt, dass zum selben Termin das Landes-turnfest in unserer Stadt durchgeführt wurde. So konnten wenigstens im diesen Jahr viele auswärtige Gäste zum Hammer "Ereignis des Jahres" begrüßt werden. Am Programmangebot kann es jedenfalls nicht gelegen haben, denn das war wie in jedem Jahr - bescheiden. Ich weiß nicht, was sich die Organisatorin Frau W. oder ihre Berater dabei gedacht haben, zum 4. (oder 5.) Mal die "Nashville Company" einzuladen, oder sich dem Gespött der "Musik"-interessierten Besucher auszusetzen, indem sie die Peinlichkeit aus Bönen "Les Clochards" engagierten. "Willi Manilli und der Klarinettenmann" verpufften ebenso, von witzigem Entertainment keine Spur. Klaus Heimann´s Jugend Big Band bot jedenfalls noch Qualität und den Bezug zu unserer Stadt, auch nicht unwichtig bei einem Hammer City-Fest, ebenso wie die "WA-Band", die das Highlight der mehrtägigen Veranstaltung sein sollte.

Nun kann ich Gott sei Dank nicht über alle Attraktionen berichten, ich will mich ja nicht bei allen in die Nesseln setzen und mich dann und wann ungehindert in der Öffentlichkeit bewegen können. Daher bin ich meinem Herausgeber dankbar, dass ich mir die Darbietungen der Gruppen anschauen durfte, die meiner Meinung nach entweder gut waren, oder deren Reaktionen mir egal sind.

Zunächst machte ich am Donnerstag einen kleinen Bummel durch die Fußgängerzone, denn das City-Fest findet ja nicht nur vor der Pauluskirche statt. Der Marktschreier-Wettbewerb ist immer sehens- beziehungsweise hörenswert und unterhaltsam, die verschiedensten Verkaufsstände mit allerlei Schnickschnack, überflüssigen Dingen und flüssigen Leckereien sind sicher auf jedem Stadtfest zu finden, also nicht unbedingt erwähnenswert. Wer Hunger hat, kann sich die gesamte Fußgängerzone entlang essen, man wird sicherlich satt. Allerdings glaube ich im "WA" gelesen zu haben, dass es allerlei "lukullische Köstlichkeiten" und "Spezialitäten" für den Gourmet geben sollte. Ob damit wohl die öligen Fettlappen gemeint waren, die an der Pauluskirche als "Reibeplätzchen" verkauft wurden, und die wir erst nach 15-minütigem Warten auf einen stattlichen Herrn bekamen, der besseres zu tun hatte, als seine Kunden zu bedienen? Ich fürchte, ja.

Am Donnerstagabend habe ich mir dann die "Clochards" ´reingezogen. Über die Art der Musik kann man streiten, da hat schließlich jeder seinen eigenen Geschmack. Einige sehr gute Musiker hatte die Band auch in ihren Reihen, Manfred Simshäuser zum Beispiel, oder die Sängerin. Was ich allerdings mehr als peinlich fand, waren die "lustigen" Verkleidungen, mit der die Band versuchte Comedy zu machen. Das ging voll nach hinten los, denn Comedy ist was anderes, als sich zu verkleiden und albern zu sein.

Am Freitag habe ich mir eine Auszeit genommen, aber am Samstag die "WA-Band" wollte ich auf keinen Fall verpassen. Gegen sechs Uhr waren wir auf dem Platz an der Pauluskirche, um "Willi Manilli und den Klarinetten- tenmann" zu erleben. Die beiden Musiker "glänzten" mit Halb-Playback und leidlich gutem Gesang, konnten aber die wenigen Zuschauer nur mäßig bis gar nicht überzeugen. Bei Hans Meiser waren sie kürzlich noch zu sehen, in der Sendung "Ich will Comedy-Star werden". Wohl kaum, meine Herren.

Gegen 21.00 Uhr dann die Dame und Herren der "WA-Band", alles Redakteure oder freie Mitarbeiter unserer Lokalzeitung. Ziemlich benebelt (bühnenmäßig) spielten sie einen Querschnitt durch die Rockgeschichte der letzten 30 Jahre, mit einem sauberen, druckvollen Sound, einem sehr guten Drummer und zwei Sängern (Andreas Tiggemann u. Günther Thomas), die, von Halsschmerzen gepeinigt, trotzdem alles gaben und mit witzigen Zwischentexten ihr Publikum zu unterhalten wußten. Sicherlich waren ein paar Songs im Repertoire, an die man sich lieber nicht hätte heranwagen sollen (Hey Tonight, Allright now), aber andere überzeugten dafür um so mehr, z.B. "Sultans of Swing" von den Dire Straits oder "Honky Tonk Woman" von den Stones. Das hat mir übrigens ganz besonders gut gefallen. Kein Wunder, hatte doch die "WA-Band" ein Originalmitglied der frühen Rolling Stones, Rainer Brackelmann, für diesen Auftritt gewinnen können.

Trotzdem, im Großen und Ganzen war das Musik-Programm des City-Festes sehr dürftig, gemessen an andern, auch kleineren Städten. Ein richtiger Top-Act würde sicherlich auch ohne "Turnfest" Gäste aus den umliegenden Städten zu uns bringen.

Auf dem Stadtfest in Münster spielte übrigens zum gleichen Termin BAP . . ! (Hh)

Hörsinnig gut -

10 Jahre Radio Lippe Welle Hamm

Jubiläumsempfang im Cinemaxx

Wie die Zeit vergeht, schon zehn Jahre ist es her, dass die erste Sendung unseres Lokalsenders ausgestrahlt wurde. Das musste natürlich gebührend gefeiert werden, und so wurde zum großen Jubiläumsempfang am 6. Juni in das Foyer des "Cinemaxx" eingeladen, und alle, die in unserer Stadt Rang und Namen haben, sind gekommen. Über einen Roten Teppich betraten wir den festlich hergerichteten großen Raum des Kino-Centers, wo Freddy Pieper mit zwei Kollegen (Gitarre/Saxophon) unaufdringliche Barmusik zum Besten gab. Gerade richtig für diesen Rahmen. Sofort eilten fleißige Ober/innen zu uns, um uns mit einem Glas Sekt zu begrüßen, während wir, Willi-Herausgeber Reinhard Bialas und ich, unseren Blick schweifen ließen um festzustellen, in welcher Gesellschaft wir uns heute bewegen: Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann, Bürgermeisterin Monika Simshäuser, Ex-OB Jürgen Wieland, WA-Herausgeber Dr. Dirk Ippen, Kulturdezernent Dr. Faulenbach, Kulturbüro-Leiter Ulrich Weißenberg, Maxipark-Chef Rogalla, OB-Referent Theo Hesse, Günther Beaugrand, Ex - Liboriusblatt - Chefredak-teur und mein langjähriger Boss sowie Cinemaxx-Hausherr Hubert Nieuwdorp und viele andere Prommis. Nun wurde die Gesellschaft in einen der Kinosäle gebeten, wo der offizielle Teil stattfinden sollte, denn schließlich waren wir ja nicht nur zu unserem Vergnügen hier. Nachdem Lippe-Welle-Moderator Dieter Vatheuer die Gäste begrüßte, trat als erster Redner der Vorsitzende der Veranstaltergemeinschaft Hans Gerd Nowoczin ans Pult, bedankte sich zunächst für den ihm soeben von Dieter Vatheuer verliehenen Doktortitel, um dann eine Laudatio auf alle Redakteure und freie Mitarbeiter des Senders zu halten und sie für ihren Einsatz in den letzten zehn Jahren zu loben. OB Thomas Hunsteger-Petermann hielt ein Grußwort, in dem er von seiner Sorge berichtete, mit der Gründung des Lokalradios solle vielleicht ein OB-Sprachrohr geschaffen werden. Er freute sich, dass diese Sorge unbegründet war, obwohl er heute nichts mehr dagegen hätte . . ! An der sich anschließenden Talk-Runde sollte eigentlich auch Frau Prof. Sabine Zech teilnehmen, die aber müsse wohl noch eine Arbeit schreiben lassen, meinte Dieter Vatheuer. So plauderten lediglich der alte und der neue OB mit dem Moderator. Jürgen Wieland erinnerte sich, dass er einmal aus Hammerfest in der Redaktion anrief, um Grüße zu bestellen. Der damalige Redakteur aber wußte nicht, wo das liegt. (Peinlich, ich weiß immer, wo ein Hammer Fest ist) Später outete sich Dirk Sluyter, dieser Mitarbeiter gewesen zu sein.

Nachdem der Abteilungsleiter der Landesanstalt für Rundfunk Dr. Wilfried Schmid seine Glückwünsche überbracht hatte, und der Staatssekretär und Regierungssprecher der Landesregierung NRW Dr. Klaus Klenke eine sehr launige, kurzweilige, fast kabarettreife Rede gehalten hatte, plauderten Mitarbeiter der Redaktion in lockerer Runde über die Kindertage des Lokalsenders. Fazit: in den letzten zehn Jahren hat sich unendlich viel getan und der Sender hat sich zum erfolgreichsten Lokalsender des Landes entwickelt. Und einen sehr großen Anteil daran hat der langjährige Chefredakteur Gerd Heistermann, der sich an diesem Festtage vor lauter Lob kaum retten konnte. Und hierfür hat er sich auch ganz herzlich bedankt. Den krönenden Abschluß bildete der Kabarettist Jürgen Bangert, der mit den Stimmen von Inge Meysel, Gerhard Schröder, Helmut Kohl, Johannes Rau die Lacher auf seiner Seite hatte, bevor er sich mit seinem "Lied für meine Warze" als Peter Maffay bei den Gästen verabschiedete.

Anschließend wurde das Buffet eröffnet und die ilustre Gesellschaft hatte noch viel Gelegenheit zum Small-Talk. Und beim Verlassen des "Cinemaxx" bekam jeder Gast noch ein kleines Radio als Geschenk, natürlich um Radio Lippe Welle zu hören . . ! Willi wünscht unserem Lokalsender alles Gute und noch viele Jahre frohes Senden.

Neben dem offiziellen Geburtstag mit geladenen Gästen im "Cinemaxx" gab es dann am Samstag, den 10. Juni für die Hörer und Hörerinnen Gelegenheit zum Feiern, denn im Maxipark hatte die "Lippe Welle" ein Fest mit vielen Attraktionen organisiert. Auf dem "Radio - Show-Truck" gab es von 13 bis 19 Uhr ein buntes Programm mit Quiz, Tanz und Musik. Top-Act war die Band "Fools Garden", die unter anderem ihren Hit "Lemon Tree" präsentierte. Natürlich Voll-Playback. Lassen wir ruhig mal Fünfe gerade sein, bei so einer Veranstaltung ist Live-Musik kaum möglich. Womit solche Hupfdohlen wie "For Colourz" oder das "Cologne Dance Project" bekannt geworden sind, bleibt mir allerdings ein Rätsel. Das asynchrone Gehopse hätte nicht einmal von einem Kinderturnverein unterboten werden können. Andy Steil bot Comedy und Till & Obel brachten Auszüge aus ihrem Programm. Natürlich gab es allerlei Leckereien, Steaks, Würstchen, Popcorn, der Bierfreund blieb nicht unbefriedigt. Und wenn das Auto wirklich mit 544 Lippe-Welle-Logos verschönert gewesen wäre, hatte ich die Möglichkeit gehabt, einen Renault-Twingo zu gewinnen, denn wenn man die genaue Anzahl dieser klebrigen Gesellen ermitteln konnte, musste man nur noch Glück haben. Doch Glück hatten wir alle schon allein durch das herrliche Wetter, da konnten die vielen Luftballons, unbehindert durch sonst üblichen Regen mühelos die Höhen erreichen, in denen sie dem ein oder anderen Piloten einen freudigen Schrecken einjagen dürften. Nochmals - Herzlichen Glückwunsch Lippe Welle. (Hh)