Rückblick

What ever you want:
STATUS QUO
in Hamm
Maxi-Halle bebte - tausend Fans waren begeistert

So lange ist es noch gar nicht her, dass ich STATUS QUO im Hamm live erleben konnte, denn vor etwa drei Jahren gastierte die Band in der Eissporthalle. Die Resonanz war damals mit ca. 2400 Zuschauern auch schon hinter den Erwartungen zurückgeblieben, aber als ich kürzlich im ?WA? lesen musste, dass das Konzert diesmal in die Maxi-Halle verlegt werden würde, ahnte ich nichts Gutes, dachte aber, die echten ?Quo-Fans? werden ihre Helden schon nicht im Stich las-sen. Aber wir kennen ja unsere Hammer, sie taten es doch, denn nur knapp 1000 Rock-Freunde wollten eine der dienstältesten Rock´n-Roll-Bands der Welt hören.
Doch zunächst mussten wir uns die Vorband ´reinziehen. Drei Musiker, mit Gitarre, Waschbrett und Keyboard/ Bass saßen bzw. standen auf der spärlich erleuchteten Bühne und mühten sich redlich, Klassiker des Blues zu interpretieren. ?Sitting on the Dock . . .?, ?Spanish Thrill? von Willy DeVille, ?Delta Lady? von Cocker und alles solche Sachen, an die man sich mit einer kompletten Band schon schwerlich heranwagen sollte. Und das taten die Drei in Trio-Besetzung, das musste schiefgehen...!
Aber dann, um 21.05 Uhr, sonderten die riesigen PA-Boxen ein bedrohliches Grummeln ab, das Intro der wichtigsten Band des Abends, STATUS QUO on Stage! Und dann ging die Post ab. Die Herren Francis Rossi und Rick Parfitt, auch letzterer nach einer Herzoperation vor einiger Zeit wieder in Höchstform, wirbelten über die Bühne wie in alten Zeiten. Die leichten Bauchansätze in Weste und Jeansjacke verborgen (Gottlob, die also auch), brachten sie zu-nächst einige Klassiker aus den letzten (wieviel??) Jahren (?The Wanderer?/Eddy Cochran), bevor sie mit Ihren drei Mitstreitern die Songs aus ihren letzten, neueren CD´s dem Publikum vorstellten. Einige Status-Quo-untypische Nummern waren schon dabei, nicht schlecht, versteht sich, aber untypisch. Einer war sogar countrymäßig angehaucht, fand ich richtig gut. Und Rick Parfitt spielte bei den neuen Sachen eine Gibson-Gitarre (!), wobei er doch eigentlich mit seiner Telecaster zur Welt gekommen sein soll. Dann aber gings wieder in die Vollen, die alten Stücke, die
fast jeder mitsingen kann, kamen Schlag auf Schlag, das Publikum war zufrieden und drehte voll auf. Und Francis Rossi kokettierte sogar mit seinen Jahren: ?Wir spielen nun einen Song von unserem Album - na, wie hieß es denn noch gleich . . .? Er plauderte übrigens sehr oft mit den ersten Reihen des Publikums, was ihn noch sympathischer wirken ließ. Natürlich will ich nicht die anderen Musiker außer Acht lassen, deren Namen ich nicht kenne. (Jeff Rich, Drums - Rhino Edwards, Bass - Paul Hirsh, Keyb., laut ?WA?) Aber die Namen der Mitmusiker bei Status Quo waren nie wichtig, STATUS QUO waren und sind Francis Rossi und Rick Parfitt, die sich aller-dings stets mit exzellenten Musikern umgaben, so auch heute. So langsam ging das Konzert dem Ende zu, nicht aber, ohne nochmal so richtig aufzudrehen, mit ?Down Down?, ?In the Army now?, ?What ever you want? und ?Rockin´ all over the World?, der Song, der auf STATUS QUO passt, wie kein anderer. Wir verließen nun die Halle, um noch ein Taxi mitzubekommen und hörten uns die Zugaben von draußen an. ?Roll over Beethoven? und ?I hear you knocking? von Dave Edmunds. Um 22.20 Uhr war Schluss. Wenn man in die Jahre kommt, braucht auch ein Rockmusiker seinen Schlaf. Fazit: Ein tolles Konzert mit einer tollen Band.
Notizen am Rande: Wie ich vor dem Konzert von einem Crewmitglied erfuhr, war die Band von ihrer Verlegung in die Maxi-Halle absolut nicht begeistert und man fürchtete um ihre Stimmung. Die Bewirtung war eine Katastrophe; für fast 1000 Leute hatte man eine Party-Zapfanlage auf-gebaut, mit einem Zapfhahn !!! Die ?Culture Catering Company? war völlig überfordert. Ich habe 20 Minuten in einer Schlange gestanden, bevor ich mein Getränk bekam. Das ist ganz schlecht, wer plant so etwas??? Ach ja, der Sound war grauenhaft. (Hh.)

?Einfach Courage?
Das N.N. Theater aus Köln glänzte beim Kunst-Dünger an der Pauluskirche
Wie das Leben so spielt, spielt auch der Tod eine große Rolle. Vor allem doch zu Kriegszeiten. So stirbt die Mutter eines zweieiigen Zwillingspaares. Die Beiden werden von einander getrennt und wachsen in gänzlich unterschiedlichen Familien auf. Das Mädchen wird Courage genannt. Sie widmet ihr Leben hauptsächlich ihrer Eitelkeit und muss immer wieder lernen, dass ?das, was einem am liebsten ist, der Tod sich als erstes holt? und fristet ihr Dasein hauptsächlich als Witwe. Ihr Bruder, den ein Einsiedler ?Simpel? nennt, weil der Junge so einfach denkt, lernt in der Zwischenzeit zu kämpfen, zu lesen und zu überleben. Ungewollt gelingt es ihm zu Wallen-steins Helden zu werden, wiederum durch seine Einfachheit...(alles wird nicht verraten, das Theater ist sicherlich noch unterwegs!)
Nicht nur, dass das Stück selbst sehr gut interpretiert wurde, ganz im Stil des Kölner N. N. -Theaters, die Akteure boten an diesem Mittwochabend auch eine sportliche Meisterleistung.
Open-Air-Theater verlangt Beeindruckend gut - das N.N. Theater - unten links die One-Woman-Band nicht nur höchste Flexibilität, sondern auch stahlharte Abwehrkräfte, denn leider muss es irgendjemand versäumt haben, unserem guten alten Petrus mitzuteilen, dass wir Sommer ha-ben...(meine Beine waren halb abgefroren). Die Schauspieler wechselten in Windeseile ein Kostüm nach dem anderen und schlüpften alle in unterschiedliche Rollen. Das mit Bravour und z. T. sprintend. Vor allem die One-Woman-Band wurde enorm gefordert. Nicht nur, dass sie mehrere Instrumente bediente, sie spielte auch noch im Stück verschiedene Rollen. Sie machte auch nicht den Eindruck, als würden ihr die Temperaturen etwas ausmachen. Verdienter Maßen war der Platz vor der Pauluskirche trotz der Wetterlage voll und das Publikum schwer begeistert von der Darbietung. Was dieses Ensemble ausmacht, ist, dass das Publikum mit einbezogen wird oder das Stück einfach spontan durch Ereignisse von außen durchaus nicht gestört wird, sondern durch die Improvisationsfähigkeit der Schauspieler noch den letzten Schliff erhält. Ebenso die Kreativität der Bühnenkulisse – es wird mit einfachsten Mitteln gearbeitet; ohne gro-ßen Aufwand ist immer zu erkennen, was damit gesagt werden soll... und das mit einer gehöri-gen Portion Humor! Langer Rede kurzer Sinn: Hut ab! (wi)