Sind Sie ein verantwortungsvolles Herrchen?
Ein psychologischer Eignungstest von Dipl.-Psychol. Dr. Sonja-Renate Rüpelhof-Lammkoether
Die Diskussion um die Übergriffe gefährlicher Kampfhunde auf den Menschen und um die sogenannte Kampfhundeverordnung der Länder reißt nicht ab, daher kann sich auch Willi dem Thema nicht verschließen. Wie viele Kritiker ist auch unser Magazin der Meinung, dass nicht alle Kampfhunde ein Herrchen besitzen sollten. Der Hund als solcher ist von Geburt an eher ein friedlicher Nager, der, kaum ist er dem Mutterschoß entsprungen, als erstes um seine Nahrungsaufnahme bemüht ist. In erster Linie stehen Gänsebraten, Schweinshaxe und Schokolade auf seinem Speiseplan, wonach er Kinder- oder Erwachsenen-Körperteile eher verschmäht. Erst seine Erziehung, auch in Sachen Ernährung, wird ihn für sein weiteres Leben nachhaltig prägen. Gerät er an das falsche Herrchen, ist er versaut. Wie steht es mit Ihnen, wären Sie ein verantwortungsvoller Er-ziehungsberechtigter?
1.) Unten sehen Sie einen hochgezüchteten, bösartigen Kampfhund der übelsten Sorte. Er führt Böses im Schilde. Was, glauben Sie, denkt er jetzt?

a.) Mir ist nach Blut. Wenn jetzt ein unschuldiger Passant des Weges kommt, werde ich ihn anfallen und auf´s Schlimmste zurichten. Und ich bin sogar unschuldig, denn mein Herrchen ist der wahre Übeltäter. (3)
b.) Ich werde ein bißchen um die Häuser ziehen und ein paar harmlose Bürger bedrohen. Der Hut, den ich trage, wird mich vor einer Identifizierung bewahren, denn er gehört meinem Herrn. Wenn sie den abführen, hat er es sogar verdient, denn er hat mich verzogen. (5)
c.) Ich habe Hunger! Ich möchte ein Stückchen Käse-Sahnetorte. (1)
2.) Unser Foto zeigt Ihnen eine Originalszene aus dem richtigen Leben, aufgenommen in der Wohnung eines Kampfkatzenbesitzers in Hamm-Lohauserholz. Wie deuten Sie diese Szene?

a.) Das ist eine für Kampfhunde typische Verhaltensweise. Nachdem der Gegner erlegt worden ist, spürt das überlebende Tier keinerlei Anzeichen von Reue und kann von zufällig vorbeieilenden Passanten ohne Gefahr gestreichelt werden. Dass es sich in diesem Fall um eine Kampfkatze handelt, ist reiner Zufall. (3)
b.) Der Kampfhund (liegend) täuscht einen Schwächeanfall vor, um seine Umgebung zu täuschen. Sobald der Fotograf außer Sichtweite ist, greift das Tier an. (5)
c.) Das ist ein manipuliertes Foto um die Öffentlichkeit über die Gefährlichkeit von Hunden jeder Art zu täuschen. Das ist man von der BILD-Zeitung gewohnt, nicht aber von der sogenannten seriösen Presse. Pfui! (1)
3.) Der Herr auf dem Foto unten hat sich nicht verkleidet, sondern er bezweckt etwas mit seinem Outfit. Was könnte es sein?

a.) Er ist einer der seltenen verantwortungsvollen Hundebesitzer. Er will seinem Hund, der einen Maulkorb aus kosmetischen Gründen ablehnt, mit gutem Beispiel vorangehen, indem er Solidarität bekundet. (5)
b.) Er ist ein Filou. Er kann eine Flasche in diese Vorrichtung einführen und entleeren, während er mit der einen Hand eine Zigarre hält und mit der anderen eine Dame belästigt. (1)
c.) Er ist ein armer Wicht, denn nach einer mißglückten Zahnbehandlung muß er vorübergehend diese Prothese tragen, um den ärztlichen Fehltritt zu korrigieren. Aber die Kasse zahlt das. (3)
4.) Ihr Pitbull-Terrier hat trotz Ihres Einwandes einem Jogger die linke Wade gewaltsam entfernt und verzehrt. Wie verhalten Sie sich?
a.) Er wird an der abendlichen gemeinsamen Mahlzeit nicht teilnehmen, was als erzieherische Maßnahme einzustufen ist. (3)
b.) Ich werde umgehend eine Diskussion anregen. Ich weiß, daß er anderer Ansicht ist als ich, was die Nahrungsaufnahme angeht. Aber Joggerwaden stehen nun mal nicht auf seinem Ernährungsplan. Er leidet ohnehin unter Stuhlverhärtung. (1)
c. ) Ich trete ihm in den Arsch und rufe einen Krankenwagen. (Manchmal kann ich ganz schön
zutreten). (5)
5.) Sie bekommen von einer oberflächlich eingestellten Person zu Weihnachten eine Dobermann / Mops-Mischung, obwohl Sie lediglich ein 30qm-Apparte-ment bewohnen. Was tun Sie?
a.) Ich binde ihn an die Leitplanke der A2, Auffahrt Hamm/Bergkamen. Da kann er Autos zählen lernen. (1)
b.) Es kommt darauf an, ob der Dobermann oder der Mops überwiegt. Ich könnte mir vorstellen, daß ein Dobermann mit einem Mops-Gesicht nicht so gut ´rüberkommt. Umgekehrt wär´s ein geiler Kampfhund, den würde ich behalten. (3)
c.) Ich würde ihn behalten und zu einem verantwortungsvollen Staatsbürger in Hundefell erziehen. Nur den Mops in ihm, den würde ich ihm schon austreiben. (5)
Auflösung
5 - 11 Punkte: Ihnen sollte man wirklich keinen Hund, geschweige denn einen Kampfhund anvertrauen. Sie schätzen prekäre Situationen fehlerhaft ein, indem Sie die Gefährlichkeit der Tiere fahrlässig außer Acht lassen, denn Hunde sind raffinierte Täuscher.
12 - 19 Punkte: Eine Kampfhundeprüfung, gäbe es sie, würden Sie wahrscheinlich nicht, oder nur unter Schwierigkeiten bestehen. Sie verhalten sich gegenüber Ihrem Vierbeiner zu nachsichtig, indem Sie grobe Verstöße, wie eigenmächtige Veränderungen des Speiseplanes zu milde ahnden. Nahrungsentzug wirkt nicht, da das Tier ja oft schon satt ist.
20 - 25 Punkte: Jawohl! Sie sind der richtige Umgang für einen gestandenen Kampfhund. Sie wissen, was ein solches Tier anzurichten imstande ist, daher werden Ihre Erziehungsmethoden auf fruchtbaren Boden stoßen. Ein Kampfhund ist nun mal kein Schoßhündchen sondern ein verläßlicher Kamerad, der Ihnen in guten, besonders aber in schlechten Zeiten zur Seite stehen wird. Und wenn Ihnen die Gesellschaft auch oft distanziert gegenübersteht, sollten Sie sich nicht beirren lassen; Kampfhund auf Trab - Jogger ins Grab! In diesem Sinne.