Rückblick

Großes Fest am Bahnhof:

Reif für die "Insel"

Tausende feierten am 19. August die Eröffnung

An diesem Wochenende war ganz schön etwas los in unserer Stadt und alle Veranstalter hatten riesiges Glück, denn der Herr des Wetters war gnädig gestimmt. Eines der Großereignisse war sicherlich die Eröffnung der "Insel", dem neuen Busbahnhof. Natürlich musste ich unbedingt den Kollegen von "Touch of Blue" einen Besuch abstatten, die auf der Bühne vor dem Ympas-Gebäude das Publikum unterhielten. Sängerin Sylke Wollboldt und ihre Musiker boten in gewohnter Weise eine Mischung aus Blues, Balladen und rockigen Nummern, mit wenigen Ausnahmen alles Songs aus eigener Feder. Im Hinblick darauf, dass ich an diesem Tag noch zwei weitere Veranstaltungen besuchen musste, verließ ich das Bahnhofsfest, daher hatte ich keine Gelegenheit mehr, "Kenny Baron & Gala Connection" zu hören, eine Band, die es sicherlich wert gewesen wäre.

11. Isenbeck-Country-Night

SILVERWOOD

Top-Countryband begeisterte

Die diesjährige (noch immer) sogenannte "ISENBECK-Country-Night" fand nicht, wie in den letzten Jahren üblich, im Kurpark statt, sondern die Veranstalter entschlossen sich, die Eröffnung des neuen Busbahnhofs mit Country-Musik vom Feinsten aufzuwerten. Verpflichtet hatte man diesmal endlich wieder eine Spitzenband, Silverwood, die im Jahre 1998 in Nürnberg gegründet wurde. (Nix gegen Dave Dudley, aber seine Band war echt Scheiße) Und dass Silverwood zur ersten Garde der Country-Rocker gehört, beweisen schon die vielen Preise, die man sich an Land ziehen konnte. 1998 wurde Silverwood der "Goldene Truck" verliehen, sowie der "Newcomer-Award". Im Juni 1999 landeten die sieben Musiker auf Platz eins der Hitliste des "Truckermagazin´s" und in diesem Jahr wurden sie für die Award - Verleihung zur "Band des Jahres" nominiert. Um 18.00 Uhr sollte das Konzert beginnen, aber als ich den Platz betrat, war von Musik nichts zu hören. Anscheinend hatten "Kenny Baron & Gala Connection" gerade ihren Auftritt beendet, denn die waren noch dabei, ihre Klamotten in die Autos zu laden. Nun, etwas Zeit für mich, das ein oder andere Bierchen zu genießen. Am Bierstand traf ich Heinz Hilse, Veranstalter des Spektakels. Er war überglücklich, dass ihm das Wetter keinen Strich durch die Rechnung gemacht hatte. Aber wir hatten ein Bilderbuchwetter, so, wie er es verdiente. Auf dem Platz herrschte schon reges Treiben, als die Band ihren Soundcheck auf der Bühne machte. Und das hörte sich schon mal sehr gut an. Die Gitarristin/Sängerin bat dann um eine kleine Pause, denn man wollte sich noch chic ankleiden. Ich sah mich ein wenig um und konnte unter dem Publikum gar keinen der üblichen verkleideten Cowboys entdecken, die sonst immer in Rudeln auftreten, wenn eine Country-Band sich die Ehre gibt.

Um 19.45 Uhr, mit 105mi-nütiger Verspätung, begann endlich die beeindruckende Show von Silverwood und ich muss wirklich sagen, die war allererste Sahne. Die Musiker waren zwar nicht in Wildwest-Outfit gehüllt, aber die Musik war Klasse. Es wurde übrigens keineswegs die alte (manchmal verstaubte) Country-Music der ollen Pioniere der Szene gespielt, obwohl ich ein absoluter Fan von Johnny Cash und Friends bin, sondern auch die "neue Welle", die seit einigen Jahren aus Nashville sogar auch unser Deutschland erreicht. Reba McIntire, Garth Brooks und Kollegen haben die Country-Music etwas aufgefrischt, manchmal etwas allzu glatt, der "Whisky" von Hank Williams Jr. fehlt doch hin und wieder, aber die neuen Songs sind einfach gut. Und diese Sachen spielte Silverwood perfekt. Die Instrumentierung war natürlich klassisch:

Gitarre, Bass, Drums, Keyboard, Geige, Acoustic-Guitar und Pedal-Steel-Guitar. Und die Sängerin in heutengem Schlangenleder (Imitat).

Aber leider, wer zu spät anfängt, den bestraft der Schreiberling. Ich konnte mir diese hervorragende Band nicht lange anhören, denn mein Zeitplan verlangte, dass ich nun zur "Reggae-Night" fahren musste. Außerdem kamen jetzt auch die Cowboys...

Reggae Summer Night 2000

Dr. Ring Ding als Top Act

Bahnhofsfest und knackige Countrymusic hatte ich nun schon hinter mir, also wollte ich den Tag mit "Reggaemusic, Good Vibrations und Caribic Feelings" ausklingen lassen. Das Wetter war genau richtig für eine solche Musik und so führte mich mein Weg auf´s "Rote Erde"-Gelände. Zwar begann das Programm bereits am späten Nachmittag, aber die meisten Zuschauer werden wohl erst am frühen Abend gekommen sein. Als ich mich gegen 21.30 Uhr durch die Menge wühlte, spielte gerade VITAMIN X, in Sachen Roots & Reggae eine der besten Live-Acts. Eine tolle Show boten die fünf Musiker in ihren bunten Gewändern, energiegeladen und voller Power. Kaum einer der 1300 Zuschauer (lt. Veranstalter) konnte sich dem Rhythmus dieser Band entziehen. Na ja, nicht alle standen natürlich vor der Bühne, denn das Gelände ist groß. Und es gab auch nicht nur Musik, denn der Veranstalter hatte sich etwas einfallen lassen, um aus der Veranstaltung mehr zu machen, als "nur" ein Konzert. Neben den üblichen, aber unverzichtbaren Getränkeständen und Gourmet - Tempeln gab es jede Menge Stände, an denen man sich ein schillerndes Outfit hätte verpassen, oder den schlichten Ehering durch exotische Anhängsel hätte ersetzen können. Ich muss sagen, das hat mir eigentlich am Besten gefallen, dieses bunte Treiben auf dem Festivalgelände. Wer sich nicht immer vor der Bühne aufhalten wollte, musste sich trotzdem nicht langweilen. An der Theke in der Gaststätte traf ich übrigens einen guten, alten Bekannten, Norbert Menne, ehemaliger "Corner Inn"-Wirt (aus den guten Tagen). Er hält sich zur Zeit in Hamm auf, um einiges zu regeln. Danach will er, wie er mir verriet, von den Phillipinen nach Australien auswandern, um eine Kneipe zu eröffnen. Warum denn so weit, Norbert, das "Corner" wäre gerade zu haben . . .

Inzwischen wurde draußen die Bühne hergerichtet für den Top-Act des Abends: DR. RING DING & THE SENIOR ALLSTARS, Kult-Band aus dem Münsterland, schon lange keine Unbekannten mehr in Hamm. Trotzdem hatte ich diese Band bisher noch nicht gehört. Richie Senior, Sänger, Posaunist und Namensgeber der Band, spielte mit seinen sechs Mitmusikern perfekten, mitreißenden und sehr professionell dargebotenen Ska, Reggae und Raggamuffin. Seine Qualitäten als Entertainer haben sicherlich dazu beigetragen, daß die "Allstars" zur besten deutschen Ska-Band aufgestiegen sind. Immer wieder fegte der massige Musiker über die Bühne und trieb seine Jungs zu Höchstleistungen an. Selbst der einsetzende Regen konnte keinen der Zuschauer dazu bewegen, sich in Sicherheit zu bringen und somit wurde das Konzert von DR. RING DING, das bis tief in die Nacht ging, zu einem würdigen Abschluß eines gelungenen Open-Air-Konzertes. (Hh)