Instrumente

- Blasinstrumente - Die Schalmei

Die Schalmei ist eines der typischen Instrumente des Mittelalters, kommt wie so vieles aus dem Orient und gilt als Vorläufer der Oboe. Der Name Schalmei stammt aus dem antiken Griechenland und bedeutet soviel wie Halm/Rohr. Er bezeichnet ein Instrument welches zu der Familie der Rohrblattinstrumente gehört.

Das Prinzip der Klangerzeugung mit Rohrblättern kennen wir alle vom "Grashalm-Blasen": eine Membran wird in Schwingung versetzt. Das gleiche passiert, wenn wir auf einem (oder zwei zusammengebundenen) feingeschliffenen Schilfrohr-Blätt-chen blasen. Wenn die schwingende Luft dann in eine Röhre mit Löchern geleitet wird, ist es dann anschließend auch möglich verschiedenen Töne zu produzieren.

Bekannte Instrumente wie Klarinette und Saxophon bedienen sich nur eines Rohrblattes, das Doppelrohrblatt ist es bei Oboe und Fagott. Deren Vorläufer ist wiederum die Schalmei, bei der das Doppelrohrblatt direkt in dem Mund angeblasen wird.

Seit dem Mittelalter war die Schalmei bei den Hirten in ganz Europa und auch auf dem Gebiet der heutigen BRD verbreitet, geriet aber ins Hintertreffen, da neue, weiterentwickelte Instrumente den Markt eroberten. Sie wird als primitives Volksinstrument mit trichterförmiger Gestalt beschrieben und wird in der populären Musik eigentlich gar nicht mehr gespielt. Schalmeien gibt es in den verschiedensten Bauformen und Tonarten, wobei der Tonumfang bei den meisten auf eine Oktave begrenzt ist. Die Spielweise ist verhältnismäßig einfach, und doch erfordert es Einiges an Übung, dem Instrument vernünftige Klänge zu entlocken. Der Spieler entscheidet über Klang und Fülle und braucht vor allem in der Übungsphase gnädige und verständnisvolle Nachbarn!

Die Aussage vieler Volkslieder über den lieblichen Klang der Schalmei muss man leider als Märchen einstufen. Schalmeien sind meist sehr laute Instrumente, welche mit den Ohren der unfreiwilligen Zuhörer kaum Gnade kennen. Ihr Klang ist als leicht quäkend zu bezeichnen und dem einer mittelalterlichen Sackpfeife ähnlich. Aber hat man die ersten Schritte auf diesem Instrument erst einmal hinter sich, lässt sich schnell eine interessierte Zuhörerschaft für die Schalmei gewinnen - besticht sie doch mit ihrem ungewöhnlichen Klangcharakter und der mittelalterlichen Faszination.