| Blasinstrumente:
Die Sackpfeife Fast vergessenes Instrument aus alter Zeit Vor einigen Monaten stellte ich bereits ein Blasinstrument vor, das heutzutage kaum noch Verwendung findet, den Kamm. Heute nun möchte ich ein weiteres, fast vergessenes Musikinstrument in Erinnerung rufen, die Sackpfeife. Im Mittelalter in unseren Regionen weit verbreitet, von Gauklern, Hofnarren und alleingelassenen Kreuzritter-Gattinen bei allen Gelegenheiten immer wieder gern geblasen, ist dieser bauchige Geselle, meist aus Tierhaut gefertigt, heute kaum mehr gefragt. Das ist schade, denn die Verwendungsmöglichkeiten dieses Gebläses sind enorm. Natürlich wurde das Instrument in erster Linie zum Musizieren benutzt, von Gauklern und Hofnarren eben. Allerdings gab es noch eine weitere, nicht so gern gesehene Nutzung, die vorwiegend von den Burgfrauen vorgenommen wurde. In Ermangelung des Gatten, der sich auf Kreuzzügen, Raubzügen oder Gasthaus-Expeditionen befand, konnte die Sackpfeife allerlei Wohlbefinden bereiten. Allerdings weniger in den Konzertsäälen der damaligen Epochen, als eher in den Kammern, Turmzimmern oder Heuschobern des Abendlandes. Die Handhabung (bzw. Mundhabung) war recht unkompliziert. Wer blasen konnte, der war auch imstande, die Sackpfeife zu beherrschen. Während der Anwesenheit der Gemahle wurde das Blasen zu einer überaus geschätzten Freizeitbeschäftigung, was natürlich zur Beliebtheit des Instrumentes beitrug. Die Sackpfeife ist verwandt mit dem "Sackßofon", ebenfalls ein Blasinstrument, was sich bis zur heutigen Zeit behaupten konnte, nicht allerdings mit dem "Sackgesicht", das wiederum aus der Familie der Dudelsäcke stammt. Bis ins 18. Jahrhundert wurde die "Sackpfeife" auf der "Sackkarre" transportiert, die heute ebenfalls ihre Bedeutung verloren hat und im äußersten Falle höchstens noch betrunkene "Drecksäcke" befördert. Prof. Eitel Fitz-Berkenhäuser, Frankfurt. |
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