Literatur

Zweites Buch von Roger Trash

Der Erlebnismillionär

Neue Abenteuer aus der Nothaltebucht

Eigentlich wollte der 1959 in Diepholz/Niedersachsen geborene Sänger, Songwriter und Rock´n Roll-Wanderpre-diger Roger Trash 1998 nur seine Erlebnisse zusammenfassen und in einem Buch herausgeben. Und das sollte nur einmal im Leben geschehen, wie der Autor selbst bemerkte. Es gibt überhaupt Dinge im Leben, die man nur einmal tun sollte: ein Kind zeugen, betrunken in eine Autokontrolle geraten, die Abiprüfung vermasseln, in Tunesien Urlaub machen, die falsche Frau heiraten und seinen Dispokredit überziehen . . . und eben ein Buch schreiben. Doch der übermäßige Erfolg des ersten Werkes "Traumjob" und ein unanständig hoher Vorschuss des Verlages bewogen den sympathischen Lümmel Roger Trash ein weiteres Kleinod deutscher Literatur zu schaffen. "Der Erlebnismillionär", wie das zweihundert Seiten starke Buch heißt, enthält neben sehr kurzweiligen "Geschichten aus der Nothaltebucht" auch Gedichte und Songtexte des Schreiberlings.

Und die Kurzgeschichten haben es in sich: "Mir geht es gut, ich bin geduscht, rasiert, habe gekackt, fester Stuhl. Das ist wichtig in diesen Zeiten." So fängt das Buch an, und die Sprache, auf die Literatur-Papst Reich-Ranitzki so viel Wert legt, bleibt deutlich, so dass sie ein jeder nachvollziehen kann. Nun, nicht jeder . . ! Eine Münsteraner Buchhändlerin äußerte sich wie folgt: "Ein Männerbuch im schlechtesten Sinne, mir gefällt es nicht. Wahrscheinlich wird es ein Erfolg." Da kann sie durchaus Recht haben. Vielleicht bin ich ein wenig voreingenommen, ich bin selbst Musiker (Na ja, d. Red.) und habe ähnliche Dinge erlebt wie mein Freund Roger, aber auch Menschen die mit der Branche nix am Hut haben, werden sich dem kurzweiligen Geplauder nicht entziehen können. Über Götz Alsmann zum Beispiel: "Er hat seinen Erfolg verdient, talentiert und eloquent wie er ist. Er hat dem Rock´n Roll-Lifestyle nie getraut und aufs richtige Pferd gesetzt. Wahrscheinlich hat er auch um Wohngemeinschaften und Drogen einen weiten Bogen gemacht. Bei seiner Musik kriege ich zwar die Pimpernellen, aber egal, er ist absoluter Kult".

Karasek und Reich-Ranitzki litten schon beim Helge-Schneider-Buch unter unkontrolliertem Harn- und Stuhlgang, daher werden sie das Werk des Roger Trash sicherlich nicht in ihrem "Literarischen Quartett" besprechen. Eigentlich schade, denn nur zu gern würde ich aus ihrem Munde folgende Leseprobe hören: . . . dann zog sie ihre Bluse aus und zeigte ihre wirklich beeindruckenden Titten . . . "Anfassen kostet zwei Mark, ihr Wichser, wer nuckeln will, lässt einen Heiermann hier". Er ist und bleibt eben ein Ferkel, der liebe Roger. (Hh.)

Achtung! Am Samstag, 18. November: LIVINGROOM BLUES, Kleine Bühne in der Kulturwerkstatt, Roger Trash und Friends. Musik und Lyrik, bei Faßbier und Knabberzeug. Einlaß 20.00 Uhr, Beginn 21.00 Uhr. Eintritt 5,- DM.