Instrumente

Der Streichpsalter

- das klingende Dreieck -

von Martin Duda - Musik Hans -

Mit "Harfe und Psalter spielt auf," heisst es schon im alten Testament. Bei dem Begriff "Psalter" stellt sich für viele immer die Frage was denn dies wohl sein mag. Antwort: Ein Instrument. Diese zwei wahrscheinlich ältesten, aus dem Orient stammenden Saiteninstrumente der Menschheitsgeschichte dürften über eine ca. 6000 Jahre alte Geschichte verfügen. Das Prinzip der beiden Instrumente ist identisch: für jeden Ton gibt es eine Saite, die nicht in der Tonhöhe verändert werden kann. Doch der Streichpsalter ist nicht dasselbe Instrument wie der Psalter aus der Bibel, bei dem es sich um ein Zupfinsstrument handelte (griech. Psallein = Saiten zupfen). Der Psalter ist bereits seit dem 11. Jahrhundert in Europa bekannt, jedoch ausschließlich als Zupfinstrument. Der Streichpsalter wiederum ist ein mittelalterliches Instrument mit dreieckiger oder trapezförmiger Grundform.

Er wird überwiegend mit einem beiliegenden Bogen gestrichen. Er kann aber auch in der Spielweise des Hackbretts mit Schlegeln bearbeitet werden.

Der Tonumfang beträgt 2 Oktaven. Der Streichpsalter hat 21-24 Saiten und ist kinderleicht zu spielen. Jeder Ton hat eine eigene Saite, die Halbtöne liegen auf der linken Hälfte des Instruments, die C-Dur Reihe auf der rechten. Natürlich ist es aber auch möglich das Instrument z.B. pentatonisch zu stimmen, was sich hervorragend zum drauflos spielen eignet, da jeder Ton zu jedem passt und keine Missklänge aufkommen.

Auf dem Streichpsalter kann jeder, auch ohne Notenkenntnisse, nach dem Herzen und Gehör bald Lieder und Melodien spielen. Gespielt wird im Sitzen. Dabei wird das Instrument auf die Beine gelegt oder auf einem Tisch gestellt.

Der Klang ist als sanft und wohlklingend zu bezeichnen und mit Sicherheit für Experimentierfreudige eine tolle Wiederentdeckung.