Wieder Klasse Blues im ANNO 1888
LARRY GARNER BAND
Larry Conklin als Support
Wieder einmal habe ich den Weg nach Soest gefunden, diesmal mit Siggi Ridder, Hamms musikalischstem Bäckermeister. Siggi ist ein begeisteter Bluesfan, da war der schwarze Bluesgitarrist und Sänger Larry Garner gerade der richtige für uns. Diesmal gab es auch ein Vorprogramm, der Blues-Entertainer Larry Conklin eröffnete um 20.15 Uhr den Konzertabend im "Anno". Sich selbst auf der Gitarre und der Harp begleitend begann Larry mit "Key To The Highway" von Erich Klampfton, bevor er balladesk klagte "Mama don´t you love me no more". Larry Conklin spielte eine breite Palette in Sachen Blues, mal mit Fingerpicking, sehr häufig mit einer sehr gut gespielten Slide-Guitar, mit Harp und (etwas zuviel) Instrumental-Songs. Das Publikum dankte es ihm mit reichlich Applaus, eine Zugabe wollte es jedoch nicht, denn alles wartete gespannt auf Larry Garner.
Um 21.00 Uhr betrat die Band des schwarzen Bluesmusikers die Bühne und startete unter der Federführung des Keyboarders in ein musikalisches Programm, das es in sich haben sollte. Übrigens ist Christian, der Keyboarder, Österreicher und ehemaliges Mitglied der "Mojo Bluesband". Er war mit dieser Gruppe auch schon mal zu Gast im Maxi-Park. Jetzt wohnt er in Batton Rouge/Louisiana, beneidenswert. Nach einem langsamen Blues ging es dann in die Vollen mit einem stampfenden, rollenden Bluesrock, bei dem Larry Garner auf die Bühne kam, begleitet von tosendem Applaus. Er spielte seine Gibson Les Paul ohne Plectron mit dem Daumen und holte einen fantastischen Sound aus seinem Fender Blues Deluxe. Und seine Stimme trieb einem eine Gänsehaut über den Rücken. Larry war obendrein noch ein guter Geschichtenerzähler; nachdem er sich durch Handzeichen von der Theke einen Jack Daniels bestellt hatte, und nachdem ein Fan ihm einen zweiten dazu stellte, deutete er seiner Band, mit der Lautstärke ein wenig herunterzugehen. Dann erzählte er, wie er in einer Bar in Pennsylvania von einem weiblichen Fan zunächst einen Jack Daniels bekam, danach einen Tequila und dann einen - Jägermeister!!! "Oh oh, big Mistake, very big Mistake" meinte er und stieg wieder in die Vollen mit "Choo Choo Woman".
Nachdem der blonde farbige Bassist ein tolles Bass-Solo hingelegt, und der 19jährige Drummer zeigen durfte, was er draufhat, animierte Larry Garner das Publikum zum Mitmachen. Gerne halfen ihm die etwa 110 Zuschauer beim Refrain des Klassikers "You got me running".
Nach der 15minütigen Pause waren die vier Musiker nochmals sehr fleißig und kamen gegen 0.20 zum Höhepunkt. Larry Garner nahm aus einem Koffer eine uralte Gibson, spielte einen Blues an und übergab die Gitarre einem Zuschauer, der das Thema weiterspielte, während die Band ihn begleitete. Die Menge tobte. An einem Donnerstag in Soest... (Hh.)