Spanisch à la Ecuador
Sprachreisen-Abenteuer
Vor fast genau 10 Jahren machte ich mich, besser gesagt, machte sich meine Freundin Claudia mit mir auf, um in Ecuador, unsere sehr dürftigen Spanischkenntnisse etwas aufzupäppeln. Gleichzeitig wollten wir natürlich auch Land und Leute näher kennenlernen. Wie schon erwähnt, war Claudia die treibende Kraft (was bei einer Größe von 1,86 m keine besondere Kunst ist) und brummte uns einen üppigen Stundenplan auf: tgl. 7 Unterrichtsstunden Intensiv-Spanisch. So drückten wir ausgiebig die Schulbank und ließen uns in den Pausen frisch aufgebrühten Anden-Kräutermix-Tee aus Lehrerhand servieren. Nach Unterrichtsschluss hieß es dann aber Quito, die 2850 m hoch gelegene Hauptstadt mit Panoramalage, auch "Stadt des ewigen Frühlings" genannt, zu erkunden. Die Altstadt interessierte uns zwar am meisten aber die Kombination mit den modernen, glänzenden Glasfassaden der zeitgenössischen Architektur machen Quito zu einem Juwel. Sie gilt als schönste Hauptstadt Südamerikas und wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.
Am ersten Wochenende ging es dann voller Taten- und Kaufdrang nach Otavalo, wo samstags Ecuadors größter Kunsthandwerkermarkt stattfindet. In dem Straßentrubel boten uns die musizierenden und singenden Einheimischen immer wieder unaufgefordert den, uns bis dahin unbekannten, heißen Longdrink "trago" (Gemisch aus Zuckerrohrschnaps verfeinert mit Honig und Naranjilla - Saft) an. Die Ein-käufe am nächsten Tag verliefen trotz-dem bestens. An-schließend erholten wir uns bei den, in der Nähe gelegenen Lagunas de Mejando, drei eindrucksvollen Kraterseen.
Am zweiten Wochenende wollten wir etwas Pazifik-Meerluft schnuppern und entschieden uns für die Küsten- und Badestadt Esmeraldas, die wir nach einer mehr oder weniger halsbrecherischen Busfahrt erreichten. Der Strand war o.k., mit leicht karibischem Flair, vor allem nachts, wo auf der "Strand-Rhythmus-Meile" kein Bein still blieb. Auf der Rückfahrt nach Quito stieg noch einmal die Spannung, als der Bus urplötzlich anhielt. Man raunte irgend etwas von Motorschaden. Wir machten uns auf eine ungemütliche Nacht gefasst - vor allem Claudia, da ecuadorianische Busse nicht solche Ausmasse wie deutsche haben. Irgendwie fehlen immer 25 cm, sowohl in der Höhe, Tiefe und der Breite. Aber nach stundenlangem Fummeln am Motor, , konnte der Schaden dann doch noch behoben werden.
Ein weiterer Höhepunkt unseres Aufenthaltes in Ecuador war der Besuch des Museo Guayasamin, des bekanntesten Malers Quitos und ein Abend mit der Gruppe Nuevo Amanecer, die tolle ecuadorianische Musik boten.
Am letzten Wochenende wollten wir hoch hinaus und wir waren uns einig: Es musste schon der höchste Berg sein, der Vulkan Chimborazo - siehe Foto - (6310 m hoch). Der Aufstieg war mehr als mühevoll, das Panorama entschädigte uns aber für alle Mühen. Während dieser 4 Wochen haben wir einiges der Sierra, der Andenregion und ein bisschen vom Küstengebiet gesehen. Zum Bereisen des Dschungels, des sogenannten Amazonasgebietes und der einmaligen Galapagos-Inseln, die ja auch zu Ecuador gehören, kamen wir leider nicht. Dies werden wir diesen Juli 2001 nachholen. Wer Lust hat, sich in ein ähnliches Sprachreisen-Abenteuer nach Ecuador zu stürzen, sollte unbedingt mit uns Kontakt aufnehmen.
"Die kleine Sprachschule", Feidikstr. 3, 59065 Hamm, Tel. 0173-3792455 oder 02381-541109