Das sieht ja geil aus ...
Sechs junge Frauen sitzen im CLICK und stylen ihr Outfit. Welche Frisur nehme ich? Soll ich mal meine Wimpern blau färben? Der braune Wuschelkopf verwandelt sich im Laufe des Nachmittags zur roten Pagenfrisur, die schwarze Mähne zum wasserstoffblonden Fransenschnitt. Aber keine Schere klappert und kein Haar fällt. Denn die jungen Frauen besuchen das virtuelle Frisurenstudio des Internet-Treff CLICK. Mit dem Grafik-Programm lernen sie hier spielend den Umgang mit der Bildbearbeitung und Menüführung der Software. Und entdecken ihre Kreativität mit dem "vorher" und "nachher" des eigenen Outfits: "Nein, eine Glatze steht mir doch nicht", so die Besucherin Julia.
Möglich wurden die Schulungen zur Grafikbearbeitung durch den "Verein zur Förderung gewaltpräventiver Maßnahmen" aus Hamm. Mit seiner großzügigen Spende konnte der Internet-Treff die dafür nötige Digital-Kamera anschaffen. Und die wird nicht nur im "Virtuellen Frisurenstudio" eingesetzt, sondern besonders für das digitale Passfoto in der Bewerbungsmappe.Denn im CLICK gibts neben den Schulungen, in denen Jugendliche lernen, mit den "unendlichen Weiten" des Computers und Internet klarzukommen, auch Beratungen und Hilfen zur beruflichen Zukunft.
Hier wird mit Jugendlichen der Berufsweg geplant, im Internet nach Ausbildungstellen und Jobs gesucht, die Bewerbungsmappe angefertigt und das Vorstellungsgespräch geübt. Jeden Nachmittag (außer mittwochs) von 15.00 Uhr bis 18.30 Uhr und nach Vereinbarung ist das Click für 15-25jährige Jugendliche geöffnet. Click Internet-Treff & Mobile Berratung, Oststr. 29a, 59065 Hamm, Tel. 02381- 432934
Frauenrechte sind Menschenrechte
Bürgermeisterin Monika Simshäuser übernimmt Schirmherrschaft für eine Aktion von amnesty international
Unter der Schirmherrschaft der Bürgermeisterin Monika Simshäuser startet die Hammer Gruppe der weltweit tätigen Menschenrechtsorganisation amnesty international am 10.03. 2001 eine Faxaktion für Frauen, die Opfer von
massiven Menschenrechtsverletzungen wurden und Hilfe brauchen.
Die Aktion unter dem Motto "Frauenrechte sind Menschenrechte" findet am Samstag ,den 10.03.2001 in der Zeit von 10-13 Uhr in den Räumen der FUGE, Widumstraße 14, 59065 Hamm statt.
Anlässlich des internationalen Frauentages engagiert sich amnesty international unter anderem für die Kurdin Zeynap Avci, die im November 96 in der Türkei von Sicherheitskräften gefoltert und vergewaltigt wurde. Zeynap Avci wurde während einer Operation gegen die illegale bewaffnete Oppositionsgruppe Arbeiterpartei Kurdistans PKK festgenommen. Bei ihren Versuchen, rechtlich Gehör zu finden, wurde Zeynap Avci nicht nur eine unverzügliche gründliche und unparteiliche Untersuchung der Foltervorwürfe verwehrt, sie wurde auch weiterer Diskriminierung aufgrund ihres Geschlechts ausgesetzt. So wurden beispielsweise dem Europäischen Menschenrechtsgerichtshof, der sich mittlerweile um ihren Fall bemüht, unbewiesene Behauptungen über eine frühere Abtreibung zugespielt. Der Zweck dieser Diffamierung ist es, eine Frau in Misskredit zu bringen, die Polizeibeamte der Vergewaltigung beschuldigt hat, in der absurden Annahme, dass eine Frau, die bereits Geschlechtsverkehr hatte, nicht unter einer Vergewaltigung leiden könne. Während sich die Tatverdächtigen bis heute nicht für die Tat verantworten müssen, wurde Zeynap Avci bis Mitte des Jahres 2000 eine medizinische Untersuchung und Behandlung nicht gewährt.
Der Fall von Frau Zeynap Avci ist nur einer unter Hunderten. Während der ersten Tage der Haft in Polizei- oder Gendameriegewahrsam wird in der Türkei nach wie vor systematisch gefoltert. 1999 dokumentierte die Menschenrechtsorganisation ai eine grundsätzliche Atmosphäre der Straflosigkeit, die verhindert, dass Täter für ihre Taten zur Rechenschaft gezogen werden.
Menschenrechtsverletzungen betreffen Männer und Frauen. Das Leiden der Frauen bleibt aber häufiger anonym und schlägt sich oft nur in der Statistik nieder. Es sind vor allem Frauen und Kinder, die in Kriegen zu Tode kommen oder die als Flüchtlinge ihre Heimat verlassen müssen. Täglich werden irgendwo auf der Welt Frauen gefoltert und fallen politischen Morden zum Opfer. Vergewaltigt werden fast immer nur Frauen. Sie unterliegen einer doppelten
Verfolgung: zum einem werden sie genau wie Männer politisch verfolgt, zum anderen aber wegen ihres Geschlechtes diskriminiert, wie im geschilderten Fall der Kurdin.
Amnesty international möchte mit der geplanten Faxaktion auf diese doppelte Verfolgung aufmerksam machen und zum Handeln aufrufen. Wir bitten daher die Hammer Bürger und Bürgerinnen, sich an dieser Aktion zu beteiligen.
Weitere Informationen über die Arbeit von amnesty international und die geplante Aktion erhalten sie unter:
Amnesty international c/o Postfach 1126, 59001 Hamm oder der Telefonnummer 02385/ 941046