Kunst

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Das Jahrhundert des Design

Wieviel Dinge braucht der Mensch? Und was verbindet Design und Lifestyle? Das sind einige der Fragen, die eine umfängliche Ausstellung zu dem spannenden Thema Design, das jeden angeht, stellt und zugleich mit einem Rückblick auf das 20. Jahrhundert verbindet. Ob im privaten häuslichen Bereich, am Arbeitsplatz, im öffentlichen Leben: überall sind wir umgeben von Gebrauchsgegenständen, die in ihrer Gestaltung das Ergebnis von Ideen, Analysen und Überzeugungen von Designern sind. Viele von ihnen bleiben anonym, doch einige ragen heraus aus dem Meer der tausenderlei Dinge und spiegeln die gesellschaftlichen Veränderungen einer Zeit wieder, die sie selbst mit bestimmt haben.

So umfasst der zeitliche Rahmen der Ausstellung die lebensreformerischen Ideen des Jugendstils, das von Werkbund und Bauhaus ge-prägte Programm der modernen industriellen Produktgestaltung, den strengen Funktionalismus der Ulmer Schule und endet in der von Emotionen besetzten Ding-Kultur am Ende des Jahrhunderts.

Der Wandel in der Gestaltung der Warenwelt wird anhand von sieben Produktreihen veranschaulicht, und zwar zu den Lebensbereichen: Sitzen, Reisen, Sport, Unterhaltung, Haushalt, Beleuchtung, Kommunikation. Der Ausstellungsbesucher wird im "Meer der Dinge" viele Gegenstände wiederentdecken, die mit seiner persönlichen Lebenserfahrung verbunden sind: Vom Radio, über das Telefon, den Staubsauger, Toaster, das Fahrrad, den Ski bis zum Sportschuh. Nicht wenige dieser Gebrauchsgegenstände haben Kult-Status erlangt, wie z. B. die Radio-Phono-Kombination der Firma Braun aus den 50er Jahren, die auch unter dem Namen "Schneewittchensarg" in der Geschichte des Design bekannt ist.

Die berühmtesten Designer des Jahrhunderts, die "Top-Ten", die durch eine Umfrage ermittelt wurden, kommen auf einer oberen Ausstellungsebene zu Wort, während im Erdgeschoss sieben deutsche Design-Hochschulen einen utopischen Blick in die Zukunft des Design werfen. Aber auch der Besucher kann aktiv werden, wenn er beim Gang über Themen-lnseln wie "Nachhaltigkeit und Ökologie" oder "Mikroelektronik und Miniaturisierung" das Angebot zu eigener Erkundung über PC nutzt.

Parallel zu der Ausstellung "Das Jahrhundert des Design" baut der in Frankfurt und London lebende Künstler Karsten Bott seine "Konsumenten-Wunderkammer" aus anonymem Alltags-Design in der Abteilung für Angewandte Kunst auf. Hier zeigt das Museum zu dem Thema "Stuhl und Stil" eine Auswahl von Sitzmöbeln aus seinem eigenen Bestand und aus Privatbesitz, die vom barocken Prunkmöbel bis zum modernen High-Tech-Stuhl reicht.

So steht das Gustav-Lübcke-Museum mit seiner ersten großen Sonderausstellung dieses Jahres ganz im Zeichen von Design, zu dem ein interessantes Vortragsprogramm, u.a. mit dem ehemaligen Chefdesigner der Firma Braun, Dieter Rams, und bedeutende Filme mit Designer-Porträts geboten werden. Höhepunkt und Abschluss dieser Ausstellung wird am 23. Juni die erste Hammer-Museums-Nacht mit dem Motto "Designer-Dreams" sein.

Ausstellung im Gustav-Lübcke-Museum der Stadt Hamm vom 1. April bis 24. Juni 2001