Rückblick

Donna Dean

begeisterte in der Friedensschule

Eine zierliche Person betritt ganz unspektakulär eine ganz unspektakuläre Bühne. Ohne Glamour - nur eine Gitarre und eine Frau, die absolut natürlich und sogar etwas schüchtern wirkt.

Donna Dean schafft mit ihrer tiefen sanften Stimme eine Atmosphäre von Wehmut, Hoffnung und Ernsthaftigkeit. Ihre selbstkomponierten Songs handeln von Begebenheiten aus ihrem Leben, was man in ihrem klaren Gesang, der aus dem Herzen kommt, hören kann. Wie angekündigt singt sie auch bestimmte bekannte Stücke nach. Hm, sie singt sie nicht einfach NACH, sie empfindet sie nach. Es hat schon etwas außergewöhnliches in der Zeit von Techno, "Auftakeln" und aggressiver musikalischer Lautstärke, wenn jemand so wenig Wert auf solche Dinge legt und auch sich selbst nicht in den Vordergrund stellt. Man meint ja immer, Musiker bzw. Darstellungskünstler müssten extrovertiert sein. Tja, diese Neuseeländerin hat vom Gegenteil überzeugt. Einzig und allein stehen bei dieser Sängerin ihre Stimme und der Inhalt bzw. die Emotionen eine Rolle, die sie "rüber" bringen möchte. Es ist nun wirklich nicht irgendeine "wilde Spannung", die sie mit ihrer Musik erzeugt - nö, eher - vielleicht passt Geborgenheit. Man fühlt sich beim Zuhören so richtig wohl. Den Zuschauern in der Friedensschule schien es genau so zu gehen. Man lauschte ihren Geschichten, die sie zu den einzelnen Songs erzählte, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören können. Zeitweise machte es zwar den Eindruck, als würde sie das verunsichern. Doch nach dem "echten" Applaus, der nach jedem Stück erklang, wurde sie ruhiger und man konnte am Strahlen ihrer Augen erkennen, dass es sie so richtig freute, ernst genommen zu werden. Mir persönlich gefiel am besten, dass sie nicht irgendeine "Stilrichtung" nachmimt oder versucht mit Lautstärke zu überzeugen. An dieser Sängerin ist halt alles echt, die Stimme, die Person und die Songs. Tja, für Menschen, die nicht gerne "zuhören", ist sie sicherlich nicht die richtige Sängerin. Aber für die, die gerne zuhören und sich gerne für einen Abend in Donnas Welt entführen lassen, äußerst empfehlenswert. (E. Sommer)

Doppelkonzert im Hoppe Garden

KINGS VIEW & MAN MADE DESERT

Volles Haus an der Oberonstraße

Das war schon eine Überraschung, und eine freudige dazu. Denn 180 Zuschauer waren in den HoppeGarden der Kulturwerkstatt gekommen, um die beiden Bands "Man Made Desert" (nicht Dessert, wie in einer Hammer Lokalzeitung, die hier nicht genannt werden möchte, stand!) und "Kings View" zu sehen. Und sie sollten nicht enttäuscht werden. "Kings View" hatten erst in November des letzten Jahres an dem Wettbewerb des Westfälischen Anzeigers um "Hamms beste Band" teilgenommen und vor tausend Zuschauern einen Achtungserfolg erzielt, denn von vierunddreißig Hammer Bands waren die jungen Musiker unter den letzten acht gelandet und hatten die Gelegenheit in den Hammer Zentralhallen ihr Können unter Beweis zu stellen. Und daß sie nicht zu Unrecht diesen Erfolg erzielt haben, konnten sie am 16. Februar im HoppeGarden erneut dem begeisterten Publikum unterjubeln. Doch zunächst betrat die ebenso junge Band "Man Made Desert" die Hoppe-Bühne. Mit Florian Schreibmaier (Voc.), Tobias Börger (Gitarre, Voc.), Andreas Unruh (Drums), Sebastian Runge (Bass) und Matthias Bleidiesel (Gitarre) bot sie den Zuschauern eine Musik, die die Band selbst als "Alternativ-Rock" bezeichnet. Mit durchweg soliden Leistungen auf ihren Instrumenten und mit einem Leadsänger, der sein "Mundwerk" verstand, machten sie dem Publikum klar, dass auch sie zu "Hammer-Spitze" gehören.

Gegen 22.20 Uhr betraten dann "Kings View" die Bühne und hatten es vor den bereits bestens angeheizten Zuschauern recht leicht, die Erwartungen mehr als zufriedenzustellen. Gefälliger Pop-Rock wurde geboten, und die meist sehr jungen Gäste nahmen die Musik dankbar auf. Das 75minütige Programm von Tobias Engl (Drums), Bernd Fischalek (Bass), Christian Maaß (Gitarre), Tobias Schlummer (Gitarre), Daniel Luscher (Keyboards) und Benjamin Brand (Vocals) ließ die Qualitäten der Band etwas besser zur Geltung kommen als seinerzeit in den Zentralhallen, wo sie lediglich 30 Minuten zur Verfügung hatten. Was ich allerdings bei beiden Bands vermisste, waren musikalische Highlights. Zu glatt war das Repertoire, zu wenig eckig und interessant. Aber beide Gruppen sind noch sehr jung und werden, wie ich sie einschätze, in Zukunft noch jede Menge musikalische Erfahrungen sammeln. Das Konzert im HoppeGarden lässt das jedenfalls erhoffen. (Hh)