Kneipentest

Willi´s Kneipkur, heute:

City Schänke

Neue Aufgabe für Kultwirt

 

Er ist wieder da! Wer? Hamm´s schönster Wirt natürlich! Bevor sich jetzt zu viele angesprochen fühlen, gemeint ist: Paul Tapprogge, der frühere Chef des "Haus Wiemann" in Bockum Hövel. Nach vielen Jahren der Muße hat Paul jetzt eine neue Kneipe übernommen, und zwar die "City Schänke" auf der Hohenhöveler Straße 28. Nicht ganz so groß wie "Wiemann", aber in guter Lage. Wenn man den Gast-raum betritt, erblickt man zu allererst - den Paul, danach sofort die riesige Theke, die, hufeisenförmig, fast den ganzen Raum einnimmt. Eine kleine Sitzecke in einem Erker zur Straße hin bietet Platz für Thekenmuffel und zwei Geldspielgeräte befriedigen den Zocker, falls er sein Geld nicht lieber verschickern will. Natürlich gibt es eine Musikbox, und wer Paul kennt weiß, dass es in der "City Schänke" gute Musik zu hören gibt: The Doors, Steve Miller, Santana, Clapton, Dire Straits und viele weitere Leckereien. Für den andersdenkenden Gast beherbergt die Jukebox zudem noch Bravo-Hits, Schlager aller Art und sogenannte "Ballermannmusik". "Muss sein", entschuldigte sich Paul bei uns, "das wollen einige Gäste tatsächlich hören, kann man nix machen". Gottseidank waren an diesem Mittwochabend nur Kenner anwesend, so dass uns einiges erspart blieb. Zufällig gab es an diesem Tag, wie jeden

Mittwoch, frische Reibeplätzchen aus der eigenen Pfanne. Natürlich kosteten wir diese leckeren braunen Gesellen und waren entzückt. Sonst ist die Speisenkarte eher bescheiden, denn: "Das ist nun mal eine Schankwirtschaft," so der freundliche Wirt. Trotzdem gibt es natürlich die allseits beliebten Frikadellen von Paul, Bratheringe und auch schon mal ein Süppchen. Gezapft wird ISENBECK Pils (2,- DM) und "Clarissen Alt" (Nie gehört) und "Gaffel Kölsch". Außer der Gaststube gehört noch ein mittelgroßer Nebenraum zur Kneipe, gepolsterte Bänke rundherum, ein Billardtisch und zwei Dartgeräte laden zum Spielen ein. Der Dart-Verein hat sich gerade aufgelöst, erfuhren wir, aber der Billard-Verein "Gut Stoß" stößt munter vor sich hin. (Wie bitte? d. Red.) Und wie sieht es mit Live-Musik aus? Na ja, große Bands wird es natürlich nicht geben, dazu ist der Saal zu klein und die Nachbarn würden sich recht herzlich bedanken. Aber kleinere Acts könnte Paul sich durchaus vorstellen. "Ich verhandele gerade mit ein paar Musikern", meint er. Geöffnet ist die "City Schänke" ab 15.00 Uhr, an Markttagen (Mittwochs und Freitags) ist ab 10.00 Uhr bereits der Genuss des edlen Gerstensaftes möglich. Den verdienten Ruhetag gönnt sich der wackere Wirt, der täglich selbst hinter der Theke steht und zapft, am Dienstag. Hilfe hat er dann und wann von der Dame, die die leckeren Reibeplätzchen produziert. Übrigens hängt an der Wand ein Schild mit der Aufschrift: "Dies ist ein Betrieb ohne Gewinn. Das war zwar nicht so geplant, ist aber so gekommen". Bitte, liebe Leser, helft mit, dass der Paul ab und an auch mal einen Groschen in die eigene Tasche wirtschaften kann. (Hh.)