Das alte Testament auf den Punkt gebracht
Von André Schörnig
Immer wieder muss ich feststellen, dass die gewöhnlichen 29-33 Jahre jungen Menschen, Ally McBeal Gucker, Blank and Jones Hörer, MaxBlue Kunde, Webdesigner oder Day-Trader keine Zeit mehr haben, sich abends mal gemütlich hinzusetzen und in der Bibel zu lesen.
Nun, ich selber weiß wie hart das Geschäftsleben heutzutage ist, und dass man sich nichts sehnlicher wünscht, als abends nach Feierabend in aller Ruhe auf eine After-Work Party zu gehen und sich von einem DJ mal so richtig den Alltag von der Seele dröhnen zu lassen.
Aus diesem Grund überlegte ich mir, meine Seite mal mit dem Wichtigsten aus dem alten Testament zu füllen. Kurz und bündig alle Informationen, die der heutige gestresste Börsenchrist braucht, erzählt in einer lockeren, jungen Sprache, die ihm nicht mehr als nötig abverlangt.
Und wenn nur einer unter Ihnen, liebe Leser, sagt: "Ach nee, das hab ich ja noch gar nicht gewusst!", oder wenigstens jemand die nächste 500 Mark Bibelfrage bei Günther Jauch beantworten kann, dann soll es mir auch die drei Jahre Höllenfeuer wert sein, die mir das hier einbringt!
Also, los gehts:
Am Anfang schuf Gott... Na was? Himmel und Erde, richtig! Als Abfallprodukt sozusagen auch noch die Woche, weil die Welt in eben dieser Zeit, inklusive Tag und Nacht, fertig war. Da zeigt sich zum ersten Male Gottes unvorstellbare Macht, weil die Menschheit, klar in der Überzahl, es bis heute weder in der doppelten, noch in der dreifachen Zeit geschafft hat die Erde wieder zu zerstören, und das trotz redlicher Mühe.
Danach schuf Gott Adam nach seinem Bilde, nimmt ihm eine seiner Rippen und formt daraus die uns allen bekannte Eva. Rädelsführerin in Sachen Sündenfall, aber dazu später mehr. Seitdem hat der Mann tatsächlich eine Rippe weniger als die Frau (Anm. d. Autors für alle total Ungebildeten).
Die beiden kommen in den Garten Eden, in dessen Mitte ein wunderbarer, prächtiger Baum mit Feigen steht. Na ja, ob Feigen oder nicht, weiß ich auch nicht genau, aber auf jeden Fall keine Äpfel, denn diese waren zu der Zeit als die Bibel geschrieben wurde den Menschen noch unbekannt.
Auf dem Baum sitzt eine Schlange, die Eva zu überreden versucht eine Frucht zu kosten. Und obwohl Gott sehr eindringlich verboten hatte von diesem Baum zu naschen, kann Eva der Versuchung nicht widerstehen und verspeist eine der Eierpflaumen. Viele von uns kennen solch eine Begebenheit mit etwas vertauschten Rollen. Gleichnishaft steht bei uns oft unsere Mutter für Gott, und ihre Schachtel Zigaretten für den Baum der Erkenntnis...
Nun ja, Adam, anscheinend nichts besseres zu tun, nimmt auf Evas Geheiß auch einen Bissen, beide sehen sich an, werden rot, und suchen panisch nach der nächsten Boutique oder wenigstens nach einer Tonne. Als beides nicht zu bekommen war, nehmen sie sich ein Feigenblatt. Noch erhitzt von diesem stressigen Erlebnis, merken sie plötzlich, dass sie sich gegenseitig ziemlich toll finden, und Lust haben hie und da noch etwas mehr zu sündigen. Man stelle sich übrigens mal die Möglichkeiten vor. Wann sonst in der Geschichte konnte man sich schon sicher sein, dass nicht plötzlich ein weißbärtiger Herr in Kniebundhosen und Gams-bart am Hut laut "Grüß Gott!" hinter einem ruft und herzlich mit dem Wanderstock winkt?
Soviel dazu. Mangels Verhütung gebiert Eva einen strammen Jungen namens Abel. Nicht ohne Gottes Versprechen, dass die Geburt äußerst schmerzhaft werden würde, als Retourkutsche für die verbotene Süßigkeit sozusagen.
Was soll ich sagen, Eva bekommt auch noch einen zweiten Sohn, den Kain, und was die beiden Jungs so in Ihrer Freizeit und mit herumliegenden Baumstämmen alles anstellen, muss ich Euch, soweit ich noch nicht in Luzifers Ofen schmore, nächstes Mal erzählen.