Rückblick

Tot oder nicht ? ? ?

Freitag 11.05., JuZe Süd . . . die Sonne scheint . . . kein Mensch zu sehen . . . die Metal Punk Disco beginnt . . . 20.15 Uhr . . . immer noch kein Mensch zu sehen. Ist die Disco tot ??? Man könnte meinen, man wäre zum Auftritt von "Man Made Desert" beim letzten Konzi zurückversetzt worden . . der Raum leer . . . nur die Mucke ist nicht so einschläfernd wie die von MMD. O.K., das war für die Jungs der dritte Auftritt am dritten Abend hintereinander, ich gebe es ja zu (MEA CULPA, MEA MAXIMA CULPA oder so !!! ) Aber, zu früh getitelt! Da kamen auf einmal die unentwegten Hammer Fans der Metal & Punk Mucke doch noch aus ihren Löchern. Die Meisten hatten auch schon die Lampe an (Sonne, Park, Bier - halt die übliche Mixtur im Sommer). . . Das erinnert mich jetzt spontan an das Feierabendbier nach dem letzten Konzi, aber davon und von den tollen Geschichten, die da so erzählt wurden später mal mehr!!! Jö, hier im JuZe kam dann die gute Stimmung recht schnell auf (um nicht zu sagen, dass sie fast genial war), und Heinz versprach, dass bei der nächsten M&P Disco gegrillt wird, wenn die Sonne lacht. Das kann ja heiter werden. Würstchen, Bierchen und dazu Metal Punk Senfmucke rotweiß. Eine tiefe Freude kommt da in mir auf und ich weiß, wo ich am 15. Juni um 20.00 Uhr sitzen werde bei Wurst, Bier und Metal Punk. im Rondell des JuZe Süd . . . Skål, Miss Sophie. Ihr nicht? Pech, allen anderen sei gesagt: bis denn im JuZe!!! Dabei wird die Mucke von mal zu mal besser, selbst DJ Knetfrosch ist vom Rinderwahn geheilt (ein Wunder der modernen Medizin, wenn Ihr mich fragt). So, Ihr fragt Euch immer noch was der senile Sack hier seiert? Na: Metal + Punk = Disco in Hamm, natürlich (ts ts ts). So long VOX POPULI DEORUM A.M.D.

BOOGIE HOOKERS

mussten Trost spenden

Da war er mal wieder, der Gig nach dem Fußballspiel. Bereits bei der Ankunft musste der Verfasser drei Mal schlucken, saßen doch auf der Bordsteinkante vor dem "Geronimo" erwachsene Menschen mit Taschentüchern in der Hand und heulten Rotz und Wasser. Einige wankten vor der Kneipe hin und her, mal leise vor sich hin schluchzend, mal laut vor Schmerz aufheulend. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch nie so etwas gesehen. Auch in der Kneipe war die Stimmung zunächst nicht viel besser. An einem Tisch auf der rechten Seite waren die Menschen blau/weiß gekleidet. Sie hatten ihren Kopf mit verschränkten Armen auf die Tischplatte gelegt, leise vor sich hin stöhnend. Dort konnte man auch die Kondolenzkarten abgeben, glaube ich.

Aber ich schweife ab.

Die Boogie Hookers aus dem ostwestfälischen Kalletal hatten, wie man sich vorstellen kann, keine leichte Aufgabe, die Stimmungskanonen im "Geronimo" auf Trab zu bringen. "King Ralph", Chef des Geronimo war aber wie immer frohen Mutes und sprühte nur so vor Charme. Die drei Boogie Hookers Andreas Koch (Gitarre und Gesang) Dirk Wiese (Bass) und Golo Königshoff (Drums) boten gleich zu Anfang den Gästen eine temperamentvolle Mischung aus Blues und Rock, vorangetrieben durch eine starke Rhythmusgruppe und eine dominierende rotzige Sologitarre. Stücke von

Stevie Ray Vaughan und Johnny Winter ließen den Funke zum Publikum dann überspringen und es kam so langsam Stimmung in die Hütte. Man merkte sofort, dass den Jungs ihre Musik Spaß macht und sie bringen sie dementsprechend gut rüber. "In eine Schublade kann man unsere Musik nicht stecken", meinte der Frontmann Andreas Koch, der übrigens auf eine bewegte Vergangenheit bei "Stormy Erny & The Pretty Boys" zurückblicken kann. In der jetzigen Besetzung musizieren die drei Jungs aus Kalletal seit ca. dreieinhalb Jahren.

Im Februar `99 ist übrigens die erste und bisher einzige CD der Boogie Hookers "Can’t Play Traditional" erschienen. Eine Mischung aus eigenen Stücken und Neubearbeitungen von Klassikern, und auch im Geronimo sollen ein paar Silberlinge verkauft worden sein. (rb)

Livingroom Blues:

HOOTIN´THE BLUES

Münsteraner Trio begeisterte auf der "Kleinen Bühne"

Sie hat sich inzwischen etabliert, die Veranstaltungsreihe "Livingroom Blues" der Kulturwerkstatt. Nach der völlig neuen Umgestaltung des Veranstaltungsraumes in der zweiten Etage zu einem gemütlichen, stilvollen Konzert- und Partyraum, macht es noch mehr Spaß als bisher, sich bei Knabberzeug und Fassbier die "kleineren" Acts auf der, wie der Name schon sagt, kleinen Bühne anzusehen. Am 19. Mai waren das HOOTIN´ THE BLUES aus Münster. Seit 14 Jahren schon ist das Trio in der europäischen Acoustic-Blues-Szene präsent und beim "Livingroom - Blues" konnte man hautnah miterleben, warum die netten Westfalen beim Publikum so beliebt sind. Nicht allein, dass sie hervorragende Musiker und Sänger sind begründen ihren Erfolg, sondern auch ihre Publikumsnähe und Bühnenpräsenz ziehen die Zuschauer in ihren Bann. HOOTIN´ THE BLUES spielt akustischen Blues, der durch Ragtime-, Country- und Jazzelemente ergänzt wird. Gerd Gorke, Gesang, Harp, Günther Leifeld-Strikkeling, Gesang, Dobro, Banjo, Mandoline und Rupert Pfeiffer, Gesang, Gitarre, Dobro zeigten ein abwechslungsreiches Programm, wobei unterhaltsame Show und hohes musikalisches Niveau gekonnt mit einander verbunden wurden. Immer wieder zogen die drei Musiker mit ihren Instrumenten in das Publikum, unterhielten einige Passanten auf der Straße, indem sie sich aus dem Fenster beugten und ihren Blues spielten und nutzen auch die besondere Akustik des langen Flures für ihre Darbietung. Zufällig befand sich auch Hamms bester Harper Ingo Grefer im Publikum, der einst von Gerd Gorke zum Harpen inspiriert wurde, und zufällig hatte er auch sein Instrument mit dabei...! Was dann auf der Bühne abging, kann man sich vorstellen; ein Mundharmonika-Duell der Extraklasse, bei dem es keinen Verlierer gab. Besonders zu erwähnen wäre die außergewöhnliche Stimme des Leadsängers Gerd Gorke. Der benötigt, wenn er richtig loslegt, nicht mal eine Gesangsanlage!

Nächster bereits feststehender "Livingroom-Blues"-Ter-min ist der 6. Oktober mit ROGER SUTCLIFFE! (Hh)

THE BOBBY COCHRAN BAND und THE B-FLATS

Super-Konzert im Hoppe Garden

Vor sieben Monaten, als die Veranstaltung geplant wurde, wussten die Veranstalter der Kulturwerkstatt noch nicht, dass sie gegen "König Fußball" antreten mussten. Als es dann allerdings klar war, gab es etliche schlaflose Nächte. Trotzdem wurde das Konzert mit der BOBBY COCHRAN BAND und den B-FLATS zu einem Höhepunkt der letzten Zeit. Zunächst war noch gehöriges Schwitzen angesagt,

denn zwei Mitglieder der Band mit dem Equipment befanden sich um 19.30 Uhr noch auf der Autobahn, sie kamen direkt aus der Schweiz und sind in etliche Staus geraten. Also wurde der Soundcheck der B-FLATS vorgezogen, während Bobby Cochran und Bassist Brian Hodgson ebeso nervös waren, wie Veranstalter Uli Holesch. Aber wer dieses herrliche Konzert besucht hat, weiß, dass alles doch noch glatt verlaufen ist.

Um 21.30 Uhr betraten die extra für diesen Auftritt neuformierten B-FLATS die Bühne und überraschten die etwa 100 Zuschauer mit einem Feuerwerk alter und uralter Songs aus dem schier unendlichen Fundus der Rockabilly-Music. Was Gitarrist Maico Masjosthuesmann mit seinen drei Jungs an diesem Abend auf die Bretter legte, war derart super gespielt, perfekt performed und soundmäßig erste Sahne, dass man nur hoffen kann, dass das nicht der letzte Gig hier in der Gegend sein wird. Ohrwürmer wie "Tonight Josephine", "Flip Flop Mama" oder "Police Dog Blues" ließen die Herzen nicht nur der anwesenden Rockabilly-Fans höher schlagen. Hamms Veranstalter sollten sich diese Band sehr rasch sichern!

Und dann, nach einer erfreulich kurzen Umbaupause, betrat der Top Act die Bühne des Hoppe Garden, THE BOBBY COCHRAN BAND. Der Neffe des leider bereits verstorbenen Rock´n Roll-Helden Eddy Cochran verzauberte das Publikum bereits mit seinem ersten Song. Der Onkel wäre sehr stolz auf seinen Neffen, hätte er dieses Konzert miterleben dürfen. Da Bobby Cochran schon in vielen berühmten Bands mitgearbeitet hat, ist sein Repertoire dementsprechend umfangreich. Natürlich ist alles Rock´n Roll Pur, dazu in klassischer Besetzung gespielt, Brian Hodgson, Bass, Howard Tibble, Drums, Gary Baldwin, Keyboard und eben Bobby Cochran, Gitarre. Nicht zuletzt die berühmtesten Songs wie "Sweet Little Sexteen" von Chuck Berry, "Born to be Wild" von Steppenwolf oder "My Way" und der geniale "Summertime Blues" von Eddy Cochran bewiesen zudem, dass Bobby nicht nur einer der weltbesten Gitarristen, sondern auch ein hervorragender Sänger ist. Und dass er ein sympathischer Entertainer ist, zeigt besonders unser Foto unten/links.

Alle Freunde der guten Musik hätten besser daran getan, sich dieses Ausnahme-Konzert anzuschauen, als für "Borussia Bayern" die Daumen zu drücken. (Und dann gewinnen die auch noch... !) -

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