Wären Sie ein guter Soldat?
Ein psychologischer Eignungstest von Dipl.-Psychol. Dr. Sonja-Renate Rüpelhof-Lammkoether.
Die Bundeswehr - die größte Trachtengruppe aller Zeiten. Welch respektlose Bemerkung kommt uns doch dann und wann unbedacht über die Lippen. Dabei garantiert uns doch diese glorreichste aller Armeen seit Jahrzehnten den Frieden und der Rüstungsindustrie volle Kassen. Zugegeben, nicht immer war die Bundeswehr eine Elitetruppe. Mein Bruder kann sich noch sehr gut daran erinnern, dass seine vorgesetzten Unteroffiziere beim Ausfüllen der Urlaubs-papiere die Hilfe der Wehrpflichtigen in Anspruch nehmen mussten, und ihre Unterschrift nur unter Zuhilfenahme einer Schablone daruntersetzen konnten. Auch war es keine Seltenheit, dass wehrpflichtige Kameraden beim morgendlichen Befehlsempfang länger dienende Soldaten um Übersetzung der Instruktionen ins zivile Deutsche bitten mussten, da man das kehlige, leicht ins tierische abgleitende, heisere Gebrüll der Vorgesetzten nicht immer gleich auf Anhieb in sein auf zivile Denkweise programmiertes, menschliches Gehirn aufnehmen konnte. Aber diese Zeiten sind doch mindestens seit nächstes Jahr vorbei. Oder? Können Sie einschätzen, ob Sie ein guter Soldat wären? Versuchen Sie es.
1) Stellen Sie sich vor, Sie gingen im Ernstfall durch unwegsames Gelände und Sie sehen diesen Baum, (Foto unten) wie er plötzlich und unerwartet vor Ihnen erscheint. Was fällt Ihnen auf und was tun Sie?

a) Dem Baum geht es nicht besonders gut. Er hat ein böses Geschwür an der Seite, er sollte unbedingt einen Arzt konsultieren. (1)
b) Hinter dem Baum verbirgt sich ein feindlicher Soldat, der sich im Moment allerdings in einer leicht verwundbaren Lage befindet. Er verrichtet gerade seine Notdurft und hat damit alle Hände voll zu tun. Ich werde die Gelegenheit nutzen, und ihm das Toilettenpapier entwenden. (3)
c) Hinter dem Baum sitzt ein feindlicher Späher in Lauerstellung. Ich werde mich von hinten anschleichen und ihn einfach umschubsen. (5)
2) Stellen Sie sich vor, Sie sind der Vorgesetzte dieses gemeinen Soldaten auf dem Foto. Wie würden Sie ihn und seine Tätigkeit beurteilen?
a) Er hat eine viel zu verkrampfte Haltung eingenommen. Wenn er sich nicht entspannt, wird er mit seinem Karabiner keinem Feind jemals auch nur ein Haar krümmen können. (1)
b) Dieser Soldat ist ein Dummkopf! Er benutzt im Felde einen Regenschirm, welcher ihn bei seinen Kampfhandlungen empfindlich behindern wird. Ein echtes Gewehr wird ihn zwar nicht vor Regen schützen können, die Treffsicherheit aber ist erheblich größer. (5)
c) Der Kamerad handhabt seinen Regenschirm völlig falsch. Er ist dem herabfallendem Regen ungeschützt ausgeliefert, da der Schirm nicht aufgespannt ist und in die falsche Richtung gehalten wird. (3)
3) Die Situation dieses Offiziers ist eindeutig, oder nicht??? Bitte deuten Sie unser Foto unten

a) Der Offizier hat die Tochter des Generals geschwängert und hat sich gegen eine Heirat und für 30 Tage Bau entschieden. (5)
b) Dieser Soldat befindet sich, rein privat, bei einem BON JOVI-Konzert hinter der Absperrung. Man verweigert ihm den Durchgang zur Bühne, weil ein Truppenausweis nicht für den Backstage-Bereich gilt. (1)
c) Dieser Soldat wurde im letzten Frühjahr in freier Wildbahn aufgegriffen und dem Allwetterzoo Münster übereignet, um dem Aussterben dieser Spezies vorzubeugen. (3)
4) Ein untergebener Soldat hat ihnen den Befehl verweigert, sich Ihnen unsittlich zu nähern. Auf Befehlsverweigerung stehen empfindliche Strafen. Denken Sie sich eine aus.
a) Er muss sich ein Jahr lang meiner Schwiegermutter, dreimal wöchentlich, unsittlich nähern. (1)
b) Er muss zweihundertfünfzig Liegestütze machen, während ich unter ihm liege. (3)
c) Er mus mich und meine Unteroffizirs -K ameraden Lehsen und Schraiben beibringen tun. (5)
5) Einer Ihrer Untergebenen hat bei einer nächtlichen, eher privaten als dienstlichen, Panzerfahrt die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren und die westliche Seite der Gastronomie-Meile plattgemacht. Was ist nun zu tun?
a) Ich bitte Herrn Boris W. im Gegenzug um eine Spende in sechsstelliger Höhe für einen zünftigen Kameradschaftsabend in der verbliebenen Gastronomie. (3)
b) Mein Bataillon wird an der Feierstunde des Marienhospitales jedenfalls nicht teilnehmen...! (1)
c) Der Unglücksfahrer wird der Form halber von mir aufs Schärfste gemaßregelt und erhält zur Strafe einen Tag Berufsverbot wegen groben Unfugs. (5)
Auflösung
5 - 12 Punkte: Unser Vaterland mag ruhig sein, es sei denn, Sie wären Soldat. Wir können nur hoffen, dass Sie bei der Musterung durch den Rost gefallen sind, denn mit Ihnen könnten wir keinen Krieg gewinnen!
(Das wollen wir auch nicht mehr, Frau Doktor! d. Red.)
13 - 19 Punkte: Sie könnten wir uns als besorgte Bürger gerade noch leisten. Sie hätten zwar nicht das Zeug zu einem guten Offizier, denn manchmal lässt Ihre Einschätzung von Situationen noch zu wünschen übrig, aber ein ausreichend guter Unteroffizier wären Sie allemal. Hauptsache, Sie besitzen eine Schablone.
20 - 25 Punkte: Jawoll! Sie wären ohne Zweifel ein guter Soldat. Sie sind beherzt im Umgang mit dem Feind, Sie sind praktisch veranlagt, was dem Umgang mit Waffen oder Regenschirmen angeht und Sie sind bereit, immer noch etwas dazuzulernen. Sie sind gesellig, haben das richtige Gespür, wenn es darum geht, Untergebene zu maßregeln oder zu belobigen und Sie sind bereit, auch schon mal selbst Verantwortung zu übernehmen, wenn es sich absolut nicht mehr vermeiden lässt und Sie sich nicht mehr in der Lage fühlen, einem anderen unangenehme Vorfälle in die Schuhe zu schieben. So wollen wir verteidigt werden!