Willi´s Kneipkur, heute: Die HAIFISCHBAR
Ein Schmuckstück auf Norderney
Nun, mit Biergartenwetter konnte oder wollte Petrus bisher nicht aufwarten, daher disponierte ich, der Kneipenbummler von Willi, kurzerhand um, und begab mich (in netter Begleitung) auf Deutschlands schönste Insel, Norderney, um in die dortige Kneipenszene einzutauchen. Die City von Norderney ist ein wahres Labyrinth von Gässchen und Straßen, man kann sich schier verlaufen, aber verdursten oder verhungern kann man nicht, denn Kneipen und Restaurants gibt es wie Sand am Norderneyer Strand. Immer dann, wenn man meint, jetzt kommt nichts mehr, gibt es eine weitere Abzweigung und man blickt in eine Gasse mit weiteren urigen Kneipen. Und in so einer Gasse widerfuhr mir ein Glücksfall, denn ich entdeckte ein wahres Kleinod, die HAIFISCHBAR. Ein großes, buntes Wandbild an der Hauswand weist den Gast darauf hin, dass ihn eine urgemütliche Kneipe erwartet, wenn er eintritt. Das Lokal ist nicht sehr groß, aber die edle Mahagoni-Theke mit den gediegenen Schränken im Hintergrund, die unzähligen Gallionsfiguren, Schiffsmodelle, echten Ölgemälde mit maritimen Motiven an den Wänden und die Tröte spielende, riesige Nixe unter der Decke ziehen den Besucher sofort in ihren Bann. Blickfang des Lokales allerdings ist die Säule mit der von innen beleuchteten Kuppel aus Tiffanyglas, die in der Mitte des Raumes steht. (Wie weiland auf der "Titanic", nur sicherer!) Die verschiedensten Sitzgruppen, umgeben von Mahagony-Geländern, bieten Platz zum Verweilen, nicht aus dem Katalog für Gaststättenbedarf, sondern individuell zusammengestellt, alles sehr rustikal, urig und sehr gemütlich. Der Einrichter der "Haifischbar" war ein Meister seines Fach´s! Aber die Attraktion des Lokales ist ohne Zweifel der Wirt, Ismail Akay, seit dreiundzwanzig Jahren auf Norderney und mit einer Einheimischen verheiratet. Er hat seiner Frau und seinen beiden kleinen Kindern ein Haus am Nordstrand gekauft, in dem er auch Zimmer vermietet. Bis er die "Haifischbar" übernahm, verdiente er sein Geld mit dem "Inselkeller" und der Cocktailbar "Tiffany", Norderney-Kennern nicht unbekannt. Ismail schmeißt die "Haifischbar" meist allein, egal wie viele Gäste im Lokal sind. Er ist stets Herr der Lage, weiß genau, wer welchen Drink möchte, niemals mussten wir länger als drei Minuten warten, immer war ein Bier vorgezapft und bei all dem Stress hatte Ismail immer noch Zeit, mit seinen Gästen zu plaudern. Man merkte ihm aber auch an, daß sein Job ihm riesigen Spaß macht. Ein Vollblut - Gastro-nom! Dank Ismail kenne ich auch einen neuen Drink: Erdbeer - Grappa; zwei frische Erdbeeren auf einem Spieß im Glas, darüber "Fragoline di Bosco", ein Walderdbeerschnaps. Ein herrliches Getränk. Er schenkte mir auch einen "Superior" ein, ein zwölf Jahre alter Rum von "Tanduay". Whow! Und somit habe ich auf Norderney ein zweites Stammlokal. (Neben dem "Alt Norderney", Willi berichtete.) Also, liebe Leser, wenn Ihr einen Norderney - Urlaub plant, besucht den freundlichen Ismail in seiner "Haifischbar", Wesserstraße 20. Unbedingt! (Hh.)