Rückblick

Danse Macabre zum Dritten...

Schön... und mit diesem Wort könnte der Text auch schon enden, den schön war es allemal!

Kritik ist bei dieser Veranstaltung nicht anzubringen! Sie ist vielmehr auf dem Weg von Klein zu "fein".

Ich frage mich nur, wo die Leute bleiben. Gut 90 Seelen haben sich zu dieser Veranstaltung im Kulturrevier Radbod eingefunden. Wo ist der Rest??? Das sind doch nicht alle, die schwarze Musik hören und durch das Unterholz von Hamm und Umgebung kriechen. Auch, wenn es hier so etwas wie eine Volkskrankheit zu geben scheint, die da heißt: "Ars.. mit Sekundenkleber an das Sofa geklebt und nimmer waren sie gesehen", sollte man schleunigst ein Gegenmittel finden! Und eigentlich dachte ich der Danse Macabre wäre das ultimative Gegenmittel! Es ist schon eine bittere Pille sich auf den Weg bis nach Radbod machen zu müssen, aber das tut nicht weh... ehrlich und es lohnt sich!

Ich habe tiefsten Respekt vor denen die diese Veranstaltung organisieren, finde ich absolut genial so etwas in Hamm aufzuziehen.

Der nächste Danse Macabre ist am 04.08.01 und ich würde mich sehr freuen ein paar Leute mehr hier zu sehen. Gute Veranstaltungen sind dünn gesät in Hamm, aber muss man sich die, die es gibt dadurch zu Nichte machen dass man sie ignoriert! Ich bin der Meinung, dass das nicht sein muss und das wir uns besser darüber freuen sollten, endlich mal so eine Veranstaltung zu haben! Fazit: "Bewegt Euren Allerwertesten Ars.. und geht hin!" Habe ich eigentlich erwähnt, daß die Veranstalter 0,00 DM von der ganzen Aktion haben! Sie sich den Streß für lau antun und das nur, um für Euch und sich eine solche Veranstaltung in Hamm zu haben. Solltet ihr jetzt auf den Gedanken kommen, ich sei mit irgendwem verwandt oder befreundet, der das auf die Beine stellt! . . . NEIN, NEIN, NEIN, ich schreibe das hier, weil es die reine Wahrheit ist und mir diese Veranstaltung echt fehlen würde in Hamm!

Bis dahin

VOX POPULI DEORUM A. M. D.

"Blues im Bierkontor"

GERRY SPOONER

Sehr schöner Auftakt der neuen Konzertreihe

Es gibt sie immer noch, die Wirte, die ihren Gästen dann und wann Live-Musik bieten möchten, ohne auf den Gewinn zu schielen. Denn das große Geld ist mit "Kneipenmusik" ohnehin nicht zu machen. "Ich will´s einfach mal versuchen, vielleicht nehmen es meine Gäste ja an", meinte Bierkontor-Wirt Frank Gräve, und lud zum Auftakt seiner neuen Reihe "Blues im Bierkontor" den Waliser Sänger, Gitarristen und Entertainer Gerry Spooner ein, der am Donnerstag, den 5. Juli immerhin über sechzig Gäste blendend zu unterhalten vermochte. Seit über fünfzehn Jahren ist der bärtige Brite mit seinen Instrumenten in Deutschland unterwegs, wo er mit seiner rauhen, gewaltigen Stimme und mit seinem unverwechselbarem Bluespicking vergessen lässt, dass dort nur ein einziger Mann auf der Bühne steht.

Spooner begann sein Konzert im Bierkontor, das übrigens auf Grund des herrlichen Wetters im Biergarten stattfand, mit einem Song vom Vater des Rock´n Roll Chuck Berry: "13 Question Method", in der Version von einem der besten Slide-Gitarristen der Welt, Ry Cooder, dessen Gitarrenspiel Gerry Spooner sich zum Vorbild genommen hat und beeindruckend beherrscht. Der legendäre Robert Johnson, der genau 28 Songs geschrieben haben soll, war auch der Komponist vom "Walking Blues", der von Spooner mit Gitarre und Harp gespielt, das Publikum in seinen Bann zog, ebenso wie "Somebody Else" ein Song aus den 20er Jahren, bei dem der sympathische Waliser eine Tröte zu Hilfe nahm. Nun ist Gerry Spooner keiner, der stur einen Song nach dem anderen herunterspult, sondern zudem auch noch ein großartiger Unterhalter, der sein Publikum mit kurzweiligen und interessanten Geschichten zu den Songs, die er spielt, amüsiert und auch "Fachleuten" immer wieder Neuigkeiten vermitteln kann. Zum Beispiel, dass Cliff Richard 147 Singles veröffentlicht hat, unter denen sage und schreibe sogar zwei gute gewesen sind. Eine davon interpretierte Spooner mit einem gewaltigen Augenzwinkern, und kaum einer hätte Cliff Richard als Erst-Interpret vermutet. Das ist übrigens eine der großen Stärken des Gerry Spooner; er spielt ausschließlich Songs seiner berühmten Kollegen, aber immer auf seine eigene, unvergleichliche Art und Weise. Nie wird sein Programm langweilig, immer hat er Überraschungen für sein Publikum parat und stets hat er die Lacher auf seiner Seite. Ein Höhepunkt des herrlichen Abends war sicherlich die Interpretation von Elvis´ erstem Hit "It´s Allright Mama", den Spooner nur mit zwei gegeneinander geschlagenen Löffeln und seiner Stimme vortrug. Sogar ein Solo, mit Löffeln, Knie, Schulter, Kopf und Mikrophon war interessanter und virtuoser, als so manches Schlagzeugsolo eines Kollegen der Rock-Abteilung.

Gerry Spooner als Auftakt zum "Blues im Bierkontor" war ein Glücksgriff des Veranstalters, der verspricht, dass er die Reihe fortsetzen wird, und zwar am 9. August, wieder ein Donnerstag, mit dem "Acoustic Blues Duo". "Und auch das wird ein Knüller", verspricht Frank Gräve. Wir glauben es ihm! (Hh)

"Kunstdünger 2001" - Sehr anziehend.

A-capella-Gesang aus London

THE MAGNETS

Ich weiß auch nicht, was Petrus, der allmächtige Wetterheini, (nicht nur) in diesem Jahr mit uns vorhat. Irgendwie scheint er schlechte Laune zu haben, oder haben wir wieder mal unseren Teller nicht leer gegessen? Wie auch immer, es hat zwar kaum geregnet, aber von schönem Wetter keine Spur, an diesem Mittwochabend am 18. Juli. Aber die Reihe "Kunst-Dünger" ist inzwischen so etabliert, dass mäßiges Wetter die Zuschauer nicht mehr abschrecken kann und so waren an diesem Abend etwa tausend Besucher zum Platz vor der Pauluskirche gekommen, um sich "The Magnets" anzusehen, die englische A-capella-Boy-Group. Die sechs Musiker, die alle aus dem Musical-Bereich oder aus Bands wie "Cantabile" oder "Flying Pickets" kommen, haben sich vor drei Jahren zusammengetan, um sich voll und ganz dem A-capella-Gesang zu widmen, einer Musikrichtung, die ohne jegliche Instrumente auskommt. Und dass "The Magnets" dieses perfekt beherrschen, haben sie in Hamm beeindruckend bewiesen. Um Punkt 20.00 Uhr betraten die sechs Engländer die Bühne und legten einen vollen und fetten Sound hin, den sich so manche Rock-Band nur wünschen kann. Und das alles nur mit Stimmen. Als Soul & Pop könnte man die Musikrichtung der Londoner Sänger bezeichnen, wobei sie allerdings auch kleinere Visiten in andere Bereiche, wie Rap oder Jazz unternahmen. Nicht nur ihre Stimmen überzeugten, auch die Choreographie der sechs Musiker konnte sich sehen lassen. Und während andere, berühmtere "Boy-Groups" zu ihren akrobatischen Tanzleistungen lediglich die Lippen zum Playback bewegen dürften, war bei den "Magnets" alles wirklich live. Unterbrochen von einer zwanzigminütigen Pause boten "The Magnets" eine interessante, unterhaltsame Show. Sie plauderten mit dem Publikum, bewiesen den immer wieder gern gehörten, typischen englischen Humor und outeten sich als exzellente Entertainer, die Ihre Gäste mit Songs wie "Downtown Train" von Rod Stewart oder "Abracadabra" von Steve Miller bewirteten und verwöhnten. Natürlich gab es von den Zuschauern als Trinkgeld reichlich Applaus, was die sechs Engländer mit einer Zugabe honorierten. Der "Kunst-Dünger" ist doch immer wieder schön.

Weniger schön dagegen war, dass die öffentlichen Toiletten am Santa-Monica-Platz sich sehr verschlossen zeigten. Aber wer weiß, vielleicht war das ganz gut so, da musste man ja sowieso immer aufpassen, dass man sich nix holt...