Willi´s Kneipkur, heute: Die "Kaiserquelle"
Leckere Salzstangen an der Werler Straße
So lange ich denken kann, gibt es sie schon, die "Kaiserquelle" an der Werler Straße 11. Zwischendurch hatte sie mal für eine kurze Episode einen anderen Namen, den man aber, wie ich, getrost vergessen konnte. Seit dem 16. Februar 1995 wird das Lokal nun von dem gelernten Konditor Erhard Philipper geführt, und diesen Tag kann man sich ruhig in alten Kalendern rot anstreichen, denn der nette Wirt hat aus der Kneipe ein gutbürgerliches, gut geführtes Lokal gemacht. Zuvor hat er, ebenfalls auf der Werler Straße, von 1956 bis 1960 den "Isenbecker" geführt, den er mit eigenen Händen gebaut hat, bevor er dann 1962 bis 1972 in den USA tätig war. Dort hat er für seine Konditorkunst in Atlantic City und in San Francisco sechs Staatspreise erhalten.
Betritt man die "Kaiserquelle", erreicht man mit zwei Schritten des Schreiberlings liebsten Platz, die Theke. Rechts, an der Fensterseite, befinden sich einige erhöhte Tische, an denen man sowohl stehen, (falls man Hämorrhoiden sein eigen nennt) als auch auf gepolsterten Bänken sitzen kann, während links von der Eingangstür ein größerer Raum mit gemütlichen Tischen und Sitzecken zum Verzehren der leckeren Speisen des Wirtes einlädt. Eine Vitrine mit alten "Isenbeck"-Gläsern und Krügen läßt das Herz eines jeden Sammlers höher schlagen und der große Ventilator an der Decke fächelt dem Gast ein kühles Lüftchen zu, wenn es einmal heiß hergehen sollte. Die Speisenkarte ist klein aber fein und der Chef kocht und serviert selbst! Erst einmal gibt es natürlich Suppen, manchmal sehr leckere Frikadellen und Handschnittchen. Wer eher auf gehobene Küche Wert legt, kann wählen zwischen Schnecken in pikanter Kräuterbutter (7,50 DM), Schweinelendchen a la Estragon, Pfeffer-Lendchen, Rumpsteaks, T-Bone-Steaks oder Schweinelendchen Wiener Art mit selbst gemachtem, herrlichen Kartoffelsalat. Auf der Spätkarte (22.00-24.00 Uhr) gibt es den "Strammen Max" mit Bratkartoffeln, Salate, Kräuterbaguettes, Rumpsteak mit Meerrettich (19,50 DM), Frikadelle mit Bratkartoffeln und Spiegelei (6,50 DM) und die Weinbergschnecken. Ab 17.00 Uhr hat Erhard Philipper geöffnet, und wer es dann erst mal etwas süßer mag, der kann sich zwischen Kaffee-Spezialitäten wie Espresso, Capucino, Rüdesheimer Kaffee, Kaffee-Royal mit Amaretto oder Grand Manier mit Sahne entscheiden. Zu späterer Stunde serviert der Wirt auch schon mal einen leckeren Cocktail, ansonsten gibt es natürlich sehr gut gezapftes "Isenbeck" oder "Warsteiner". Übrigens richtet Erhard Philipper auch gern Parties, Familienfeiern oder Beerdigungsfeiern* aus. (*Muß ja manchmal auch sein). Das Lokal ist von 17.00 bis 1.00 Uhr geöffnet, Sonntags gönnt sich Erhard Philipper einen Ruhetag. Und wenn der nette Wirt auch die Gäste nett findet, bereitet er auch schon mal am Ende eines harten Arbeitstages frische Nordseekrabben, oder göttliche Reibeplätzchen zu . . ! Also, nix wie hin! (Hh.)