Die Ostwanderung der "F 4" - letzter Teil
Ein Reisebericht von Uli Schwarz
Die touristischen Highlights von Dresden liegen dicht beieinander und sind schnell abgehakt, denn für Museumsbesuche bleibt leider keine Zeit. Für einen ausführlichen Besuch sollte man ein langes Wochenende einplanen.
Beeindruckend stehen wir vor der schönsten Brauerei Deutschlands: Radebergers Semper-Oper! Hier finden regelmäßig kulturelle Veranstaltungen statt, ähnlich unserer "Linden"-Brauerei in Unna. Der Espresso vor dem Zwinger erscheint Horst ziemlich teuer. Allein, der Wiederaufbau der Frauenkirche kostet eine Menge Geld, da muss auch der Tourist sein Scherflein beitragen. Aber müssen denn alle möglichen Spitzen und Türmchen vergoldet werden? Na gut, König Kurt setzt sich ebenso seine Denkmäler wie sein Vorgänger, der potente August.
- Was man so zum Leben braucht - einiges davon erblickte das Licht der Welt in Dresden: Der Bierdeckel, das Mundwasser, der Kaffeefilter und auch der erste Büstenhalter! Am 5.9.1895 meldete Frl. Christine Hart in Dresden das erste Patent für ein "Leibchen, das die Brust in Form hält" an. Soviel zu Dresden. Also aufgesessen und Richtung Bad Schandau. Das "Blaue Wunder", eine blau angestrichene Stahlträgerbrücke macht auf uns keinen besonderen Eindruck. Von der Sorte haben wir im Ruhrgebiet etliche. - Schon "fliegen" wir am Fluss entlang, die große Stadt verschwindet hinter der nächsten Biegung. Die "Sächsische Schweiz" erwartet uns.
Hügel rauf, Hügel runter. Die Landschaft wird immer reizvoller. Links die schroffen Felsen der "Bastei", rechts grüßt schon der "Königsstein". Mächtige Felsformationen, die aus der leicht gewellten Landschaft emporwachsen. Etliche Raddampfer karren die Touristen zu diesen beeindruckenden Steinen, weiter in die "Sächsische Schweiz", einen der schönsten Naturparks Deutschlands. Hier finden wir auch in dem idyllischen Kirnitzschtal bei Bad Schandau für zwei Nächte eine komfortable Unterkunft. Unser "Forsthaus" ist am nächsten Morgen Ausgangspunkt für eine anstrengende 50-km-Fahrt über Stock und Stein über die grüne Grenze nach Nixdorf in Tschechien. Die Mittagsrast in einem Dorf-gasthof sorgt noch tagelang für Gesprächsstoff. Für einen "Zehner" können wir futtern., wie bei Muttern, während auf dem videoüberwachten Parkplatz mein Ersatzschlauch geklaut wird.!
Die Armut ist an den Häusern und Straßen sichtbar. Hier fehlt der reiche Vetter aus dem Westen... Der Grenzübergang Sebnitz wird von vietnamesischen Händlern beherrscht. Zigaretten, Stofftiere, Textilien für kleines Geld. Böse Überraschung beim Grenzübertritt für unseren Coach! Der Pass ist abgelaufen! Zum Glück ist der Personalausweis noch gültig - er säße wohl jetzt noch im Knast - Mein lieber Klaus! - Zur Krönung dieser Königs- etappe kommt dann noch eine 18%ige Steigung, die auch den "Schwarzen Adler" resignieren lässt. Gerd erreicht den Gipfel mit deutlichem Vorsprung. Lance lässt grüßen. Zur Belohnung folgt eine rasante Abfahrt zum Lichtenhainer Wasserfall.
Der nächste Morgen bringt leider schon den Abschied. Viel zu schnell bringt uns der Zug nach "Sweet Hamm". Nach der Tour ist vor der Tour. Im nächsten Jahr ins Elsaß? Ich möchte am liebsten sofort wieder packen.
Keine Brauereibesichtigung:
Blumen im Regen
Besuch der Landesgartenschau in Oelde
Eigentlich wollten wir am Freitag, den 7. September nach Oelde fahren und die Pott´s-Brauerei besichtigen. Siggi Ridder und ich hatten uns einer Reisegesellschaft angeschlossen, die in einem gecharterten Bus zunächst die Landesgartenschau in Oelde besuchen, und danach die Pott´s-Brauerei besichtigen wollte. Siggi meinte, wir müssten halt die Gartenschau mal eben so "mitnehmen" und danach könnten wir uns den wichtigen Dingen des Lebens widmen, nämlich dem leckeren Biere, das es bei einer Brauereibesichtigung nun mal zwangsläufig zu genießen gilt.
Aber als wir mit dem vollbesetzten Bus dann schließlich auf der Autobahn in Richtung Oelde waren, griff sich der "Reiseleiter" das Mikrophon und teilte uns mit zahlreichen Worten mit, dass wir zwar zur Gartenschau fahren würden, die Brauereibesichtigung allerdings aus allerlei Gründen ausfallen müsste. Wohlgemerkt, er unterrichtete uns nicht vor der Fahrt, was man eigentlich erwarten könnte, sondern während der Fahrt. Sicherlich wären nicht wenige Mitfahrer gar nicht erst in den Bus eingestiegen, hätten sie gewusst, dass der wichtigste Teil der Reise nicht stattfinden würde. Aber gerade das hatte der "Animateur" ja wohl auch vermeiden wollen. Wir fühlten uns etwas hinters Licht geführt, wenn ich mich mal vorsichtig ausdrücken soll, aber nun waren wir schließlich unterwegs und es galt das Beste daraus zu machen.
In Oelde angekommen, betraten wir bei gemäßigter Witterung (Scheiß Wetter, d. Red.) das Gelände der Landesgartenschau. Direkt hinter dem Eingangsbereich befand sich ein Bierstand, ein Backhaus und ein Andenkenshop der Pott´s-Brauerei. Das Backhaus schloss gerade und der Bierstand-Betreiber hob schon die Hocker auf die Tische.
Wir zogen über naturbelassenes Gelände (heißt: da wurde alles so gelassen, wie es vor der Gartenschau bereits war, sieht aus, als wäre denen die Kohle ausgegangen) in Richtung Mühlensee. Dort war ein Restaurant mit ganz leckerem Kuchen. Siggi Ridder als Bäcker versteht etwas davon, er war beeindruckt. Alle anderen Getränke- oder Ess-Pavillons waren geschlossen...! Aktionen oder sonstige interessanten Dinge fanden nicht statt. Eine Kapelle aus den Anden (glaub ich) spielte ihre Musik vor achtköpfigem Publikum. Sonst gab es nix auf dieser Gartenschau! Nun gut, der Maxipark ist auch erst mit den Jahren so schön geworden, wie er heute ist, aber schon damals konnte man erkennen, dass er einmal schön werden würde. In Oelde...? Also wissense, neee.
Gott sei Dank hatte aber die Pott´s-Brauerei die gute Idee gehabt, direkt neben dem Gelände ihre Abfüllstation zu bauen. Die hinderte uns und etliche Mitleidende daran, verfrüht mit dem Zug nach Hamm zurückzufahren. Man konnte das Gebäude zwar nicht ausführlich besichtigen, aber etliche Schaufenster ließen den Blick auf die Anlagen und einige urzeitliche Brauanlagen zu.
Das schönste aber war die Kneipe. Mit einem Schnellrestaurant, einem Backhaus, einem Andenkenshop und einer Theke, an der es das leckere Pott´s-Landbier und das Pott´s-Pils vom Fass gab. Die Schinkenplatten waren köstlich und der Bratwurstteller, den sich Siggi ´reinzog, roch verführerisch. Allein das war schon die Reise wert, aber wenn der Laden, wie sonst fast alles auf der Gartenschau, geschlossen gewesen wäre, hätten wir den Reiseleiter gesteinigt. Aber wir hätten es ihm erst nach dem Steinigen gesagt ....!
(Ich glaube, Du hast außer dem Wahnsinns-Honorar bei Willi auch noch ein Werbevertrag bei Potts. Wir müssen darüber reden. D. Red.)