Eine Perle an der Mosel: BEILSTEIN
Hier blieb die Zeit stehen - Auch Heinz Rühmann war dort
Wenn ich meinen wohlverdienten Urlaub nicht gerade in den USA (im Moment weniger), auf Norderney, Sylt oder auf der Lippe verbringe, dann besuche ich für mein Leben gern die Mosel, die jüngere Tochter des ollen Vater Rhein. Schon oft waren wir dort, um den herrlichen Mosel-Riesling zu genießen, Dampferfahrten zu unternehmen oder die wunderschönen alten Moselorte zu besuchen und die dort angebotenen lukullischen Köstlichkeiten zu verzehren. Fast immer sind wir an Beilstein vorbeigekommen, aber diesmal wollten wir einige Tage in dem zweifellos schönsten aller Moselorte verbringen. Gewohnt haben wir im "Hotel Burgfrieden", einem Drei-Sterne-Hotel hoch über dem Städtchen. Beilstein ist in den Berg hineingebaut und der kleinste Ort an der Moselstraße von Koblenz bis Trier. 178 Einwohner gibt es und 35 gastronomische Betriebe!!! Der Stadtkern stammt aus dem Mittelalter und wenn man durch die engen Gassen schlendert, die alten, sehr gut erhaltenen Fachwerkhäuser und die aus Felssteinen gebauten Weinkellereien betrachtet, oder noch besser, darin einkehrt, fühlt man sich in eine andere Zeit versetzt. Hoch über der Stadt befindet sich das Kloster, mit der alten Klosterkirche und der Gastronomie, durch eine enge, steile Treppe zu erreichen. (Unser Foto zeigt den einzigen Zugang zum Ort Beilstein, oben ist das Kloster zu sehen.) Der Ort ist winzig, aber immer, wenn man denkt, jetzt kommt nix mehr, findet man wieder eine verwunschene steile Gasse oder Treppe, die einen zum nächsten Weinkeller führt. Der zentrale Punkt in Beilstein ist der "Marktplatz". Ich nenne ihn einfach so, obwohl ich nicht weiß, ob dort noch Märkte durchgeführt werden. Aber er ist umzingelt von gemütlichen Restaurants und Weinlokalen, überall an den alten Mauern rankt Wein und in der späten Jahreszeit kann man dort die Trauben, wie im Schlaraffenland, von den Wänden pflücken. (Was die Winzer aber überhaupt nicht gerne sehen!!!). Auf der Burgruine Metternich wurden seinerzeit die Außenaufnahmen für den "Schinderhannes" mit Curd Jürgens gedreht und Heinz Rühmann war auch schon in Beilstein zu Gast. Leider erst am letzten Abend haben wir dann noch das Lokal des nettesten Wirtes in Beilstein entdeckt, das "Restaurant - Weinstube Schlossberg" vom Karl-Heinz Kolb, der den Betrieb mit seinem Sohn Christian führt. Wir haben bis tief in die Nacht mit ihm an einem seiner rustikalen Tische gesessen und eine Flasche Wein nach der anderen getrunken. Immer, wenn wir gehen wollten, sagte Karl-Heinz: "Ach kommt, noch eine". Am nächsten Morgen hat er uns dann noch zum Kaffee eingeladen, den er uns in seinem Lokal im Bademantel serviert hat. Die anderen Gäste waren zwar etwas irritiert, aber so ist er nun mal. Er hat übrigens auch Zimmer und eine Ferienwohnung zu vermieten. Wenn wir das nächste Mal an die Mosel fahren, wird es wieder Beilstein sein, und das Lokal von Karl-Heinz Kolb. Ganz sicher! (Hh.)